Landesbischof Ralf Meister hat den theologischen und diakonisch-pädagogischen Nachwuchs mit dem Studienpreis des Klosters Loccum gewürdigt. Er kritisierte eine Kultur der Beschleunigung - und warb für eine «Kunst des zweiten Blicks».
Loccum/Kr. Nienburg (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat Studierende der Theologie, der Religionspädagogik und der Sozialen Arbeit für herausragende Leistungen mit dem Studienpreis des Klosters Loccum gewürdigt. Die Prämierten seien aus gutem Grund ausgezeichnet worden, betonte der Bischof am Sonnabend vor den insgesamt 33 Preisträgerinnen und -trägern. «Wissenschaft verlangt Klugheit, Präzision und Beharrlichkeit. Ihre Ausbildung lehrt Sie Wissen und zugleich eine Haltung», sagte er bei einem Festakt in Kloster Loccum.
Zugleich kritisierte der Landesbischof, der auch Abt des Klosters Loccum ist, eine «Kultur der Beschleunigung», in der alles zu unmittelbarer Reaktion dränge. Kirchliche Arbeit und Seelsorge bräuchten jedoch Zeit und die «Kunst des zweiten Blicks», um Urteile reifen zu lassen. Erkenntnis entstehe nicht im schnellen Zugriff, sondern im geduldigen Hinsehen.
Der Preis fördert den Angaben zufolge den theologischen und diakonisch-pädagogischen Nachwuchs in Niedersachsen und Bremen. Die seit 2007 vergebene Auszeichnung basiert auf einer Stiftung des ehemaligen Landesbischofs Eduard Lohse.