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Die Auferstehung Christi ist der Mittelpunkt des Glaubens

Während Weihnachten das Herz wärme, verwandle Ostern die Welt, betonte der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit in seiner Predigt am Ostersonntag, 5. April, in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche. Ostern sei das größte Fest der Christenheit, größer als Weihnachten. Denn das wirklich Unerhörte geschehe nicht in der Krippe, „sondern am leeren Grab: dass Gott den Gekreuzigten von den Toten auferweckt“, so der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg in seiner Predigt (zu 1. Korinther 15,12-28).

Dass der Tod nicht das Ende bleibe – das sprenge die Erfahrung der Menschen. „Erst mit Ostern wird das Wunder Gottes für uns in seiner ganzen Tiefe relevant. Erst Ostern macht aus der Geburt Jesu mehr als eine anrührende Geschichte. Erst Ostern zeigt: Dieses Kind ist gekommen, um uns durch den Tod hindurch in das Leben Gottes zu ziehen.“

Die Auferstehung Christi sei nicht ein schönes Kapitel des Glaubens, „sondern sein Mittelpunkt. Ostern ist das Fest der Feste“, betonte der Oldenburger Bischof.

Der Osterglaube macht das Leben freier
Wenn mit diesem Leben nicht alles gesagt sei, dann müssten die Menschen auch aus diesem einen Leben nicht alles herauspressen. „Dann muss ich nicht der Erste sein, nicht der Reichste, nicht der Schönste, nicht der, der auf jeden Fall gewinnt. Ich muss mich nicht in diesem Leben zum König aufspielen, als hinge alles an mir. Der Osterglaube macht das Leben nicht kleiner, sondern freier. Er nimmt den panischen Zwang, sich selbst unsterblich machen zu müssen.“

Wer in der Gewissheit lebe, dass Gott mehr mit ihm vorhabe als die Spanne zwischen Geburt und Grab, der könne anders leben: „dankbarer, bescheidener, mutiger. Der kann teilen statt zu horten. Der kann vergeben, statt jeden Sieg auszukosten. Der kann dienen, statt sich dauernd in Szene zu setzen.“

Ostern ist der Widerspruch Gottes gegen alles, was Leben zerstört
Ostern sei der Widerspruch Gottes gegen alles, was Leben zerstöre, so Adomeit. „Gegen Gewalt. Gegen Verachtung. Gegen Hoffnungslosigkeit. Gegen Mächte und Gewalten, die sich groß machen und am Ende doch nicht das letzte Wort behalten.“

„Wir erleben Kriege und Vertreibung. Familien verlieren ihre Heimat. Kinder verlieren ihre Sicherheit. Menschen sterben unter Bomben, auf der Flucht, in zerbrechenden Lebensverhältnissen. Und wir erleben, wie die Schöpfung unter Druck gerät, wie die Klimakrise das Leben vieler Menschen bedroht.“

Wer Ostern feiere, so Adomeit, dürfe sich mit der Macht des Todes nicht abfinden – weder auf Schlachtfeldern noch an Grenzen, weder in der Verrohung der Sprache noch in der Zerstörung der Schöpfung. „Denn der Tod hat viele Gesichter. Er begegnet im Krieg. In Hunger und Flucht. In Einsamkeit. In Hoffnungslosigkeit. In der Kälte zwischen Menschen. In der zynischen Gewöhnung an Leid.“

„Christus ist auferweckt. Darum ist unser Glaube nicht leer. Darum ist unsere Hoffnung nicht illusionär. Darum ist unsere Liebe nicht vergeblich. Darum sind unsere Toten nicht verloren. Darum hat diese Welt eine Zukunft, die größer ist als ihre Gegenwart. Und am Ende steht nicht der Tod. Nicht die Macht. Nicht die Gewalt. Nicht das Nichts“, so Bischof Thomas Adomeit.

Hier finden Sie den vollen Wortlaut der Osterpredigt von Bischof Thomas Adomeit im Format PDF.

 

Während Weihnachten das Herz wärme, verwandle Ostern die Welt, betonte der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit in seiner Predigt am Ostersonntag in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche.
Während Weihnachten das Herz wärme, verwandle Ostern die Welt, betonte der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit in seiner Predigt am Ostersonntag in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche. 
Ostergottesdienst mit Bischof Thomas Adomeit in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche.
Ostergottesdienst mit Bischof Thomas Adomeit in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche.