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Nachdem der Verfassungsschutz den AfD-Landesverband Niedersachsen als «gesichert rechtsextremistisch» eingestuft hat, bekräftigt die Caritas: Die Partei ist mit den christlichen Werten und dem Auftrag des katholischen Hilfswerks nicht vereinbar.

Hannover (epd). Das katholische Hilfswerk Caritas hat seine ablehnende Haltung zur AfD verdeutlicht. «Die Caritas in Niedersachsen bekräftigt ihre klare Haltung für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft und gegen jede Form von Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit», heißt es in einer am Donnerstag in Hannover veröffentlichten Erklärung. Anlass ist die kürzlich erfolgte Einstufung der AfD Niedersachsen durch den Landesverfassungsschutz als «gesichert rechtsextremistisch».

Die Einschätzung der Behörde zeige, dass von der AfD eine Gefahr für die Gesellschaft ausgehe, sagte der Landesgeschäftsführer der Caritas, David Schulke. «Die AfD grenzt bestimmte Menschen aus, missachtet die Menschenwürde und hinterfragt offen Regelungen des Grundgesetzes», betonte die Caritasdirektorin im Diözesanverband Hildesheim, Marie Kajewski. Der Caritasdirektor Gerhard Tepe aus Vechta ergänzte: «Das Programm und das Auftreten der Politikerinnen und Politiker der AfD widersprechen den christlichen Werten und dem Auftrag der Caritas.»

Die Caritas werde darum keine Vertreter der Partei zu Veranstaltungen der Caritas einladen, Positionen der Partei kritisch einordnen und öffentlich dazu Stellung beziehen, sagte der Osnabrücker Caritasdirektor Johannes Buß: «Diese Grundhaltung erwarten wir auch von unseren Mitarbeitenden.»

Landesgeschäftsführer Schulke betonte, die Caritas in Niedersachsen stehe weiter zur Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz «Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar» von 2024. Die Caritas entziehe sich keinem Dialog mit Menschen, die zwar für diese Ideologie empfänglich, aber gesprächswillig seien, sagte er. Sobald aber menschenfeindliche Lösungsansätze oder Haltungen angewandt werden, werde sich die Caritas zu Wort melden.