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Unionsfraktionsvorsitzender Frei kündigt an, dass alle Versicherten in vertretbarer Frist einen Facharzttermin bekommen sollen. Der GKV-Spitzenverband kritisiert eine Benachteiligung bei den Wartezeiten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Braunschweig, Köln(epd). Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten bei Facharztterminen für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag). Ein Beispiel seien die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine. „Alle Versicherten müssen in vertretbarer Frist einen Facharzttermin bekommen“, sagte Frei. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) werde hierzu Vorschläge machen.

Forderungen nach einer Abschaffung der privaten Krankenversicherung wies Frei zurück: „Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung bringt uns Vorteile.“ Es stärke den Wettbewerb, was wiederum zu innovativen Lösungen führe.

„Himmelschreiende Ungerechtigkeit“

Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, kritisierte eine Benachteiligung gesetzlich Versicherter bei der Terminvergabe als eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“. „Wir müssen den Zugang zur ambulanten Versorgung so organisieren, dass Termine nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach, wie jemand versichert ist“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

75 Millionen Menschen, knapp 90 Prozent der Bevölkerung, seien gesetzlich versichert und finanzierten damit den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare. Trotzdem würden sie bei der Terminvergabe häufig benachteiligt. „Ärzte sollen weiterhin Privatpatienten behandeln, aber nicht automatisch bevorzugen“, sagte Blatt weiter.