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Gedenken nach CSD-Anschlag in der Berliner Marienkirche

Die Berliner Marienkirche war am Sonntagnachmittag, 26. Juli, bis auf den letzten Platz gefüllt, als zahlreiche Menschen der Opfer des mutmaßlich islamistischen Anschlags im Umfeld des Christopher Street Days vom Samstagabend, 25. Juli, gedachten und ihre Anteilnahme mit den Verletzten und Angehörigen ausdrückten.

An der Andacht nahmen Bundeskanzler Friedrich Merz, die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien sowie Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, die Polizeipräsidentin von Berlin Barbara Slowik Meisel sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Religionsgemeinschaften teil.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, betonte in der Andacht, queeres Leben und Lieben gehöre „im Herzen dieser Stadt“ dazu. „Das Herz dieser Stadt ist Freiheit, ist Vielfalt, ist Achtung“, sagte er. Der Täter werde sein Ziel nicht erreichen; Gewalt im Namen der Religion sei Gotteslästerung.

Die Marienkirche wurde zu einem Ort des gemeinsamen Gedenkens und der Solidarität. Mit Gebeten, Musik und stiller Anteilnahme setzten die Anwesenden ein Zeichen gegen Hass und Gewalt sowie für Zusammenhalt in einer offenen Gesellschaft.

Bei dem Anschlag in Berlin wurden nach Polizeiangaben am Samstagabend gegen 22 Uhr im Berliner Tiergarten mehrere Menschen durch ein fahrendes Fahrzeug und mehrere Personen durch Stichwerkzeuge verletzt. Ein Mensch sei dabei uns Leben gekommen, 29 weitere seien verletzt worden – teils schwer. Zuvor hatten beim CSD Hunderttausende für Menschenrechte und Vielfalt demonstriert. Die Veranstaltung wurde nach dem Vorfall abgebrochen.

Nach Anschlag auf CSD: Andacht soll Zeichen der Solidarität setzen

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin herrscht bundesweit Entsetzen. In Neustadtgödens wollen Menschen mit einem solidarischen Gebet ihre Unterstützung für die queere Community zeigen. Das Team vom CSD Wilhelmshaven, die evangelische Gemeinde Gödens und das ökumenische Rogate Kloster St. Michael laden am Montagabend, 27. Juli, zu einem solidarischen Gebet für die queere Community ein. Die Veranstaltung beginnt um 20:30 Uhr in der evangelischen Kirche Gödens, wie der Pfarrverwalter, Bruder Franziskus, mitteilte. Eine ursprünglich geplante Andacht mit der niedersächsischen Landtagspräsidentin Hanna Naber werde in das solidarische Gebet eingebunden.

Zeichen gegen Hass und Gewalt
„Wir wollen damit ein Zeichen setzen: gegen Hass und Gewalt, für Menschenwürde, Respekt und ein friedliches Zusammenleben“, sagte Bruder Franziskus. Viele queere Menschen erlebten Verunsicherung und Angst. Das Gebet solle den Zusammenhalt stärken: „Ihr seid nicht allein. Wir stehen an eurer Seite!“

Zugleich richtet sich die Einladung an alle Menschen. Wer queere Freundinnen, Freunde oder Angehörige habe, sei eingeladen, ihnen in diesen Tagen bewusst zuzuhören, nachzufragen, was sie brauchen, und ihnen zu zeigen, dass sie sich auf ihre Mitmenschen verlassen können. Gerade an schweren Tagen zeige sich, was Gemeinschaft bedeutet: füreinander einzustehen, aufeinander zu achten und Menschen, die Angst haben, Schutz, Nähe und Hoffnung zu schenken, so Bruder Franziskus.

„Liebe ist stärker als Hass“

Statement von Bischof Christian Stäblein zur Gewalttat während des CSD
„Aus einem Tag voller Vielfalt und Liebe wurde eine Nacht voller Entsetzen. Ein Mensch hat sein Leben verloren. Viele andere wurden verletzt.

Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Angehörigen des Todesopfers, bei den Verletzten, ihren Familien und bei allen, die vor Ort Angst, Schrecken und Gewalt miterleben mussten.

Am Freitag im Gottesdienst haben wir laut gemacht: Liebe braucht den Schutz der Gemeinschaft, queer leben und lieben braucht und bekommt den Schutz der Gemeinschaft. Das gilt jetzt erst recht.

Wir danken allen Einsatzkräften und beten für alle Betroffenen, Angehörigen und alle in Angst und Schrecken.“
 

Zu sehen ist die Andacht am Sonntagnachmittag, in der viele Menschen der Opfer des mutmaßlich islamistischen Anschlags im Umfeld des CSD vom Samstagabend gedachten.
Am Sonntagnachmittag gedachten zahlreiche Menschen in der Berliner Marienkirche der Opfer des mutmaßlich islamistischen Anschlags im Umfeld des CSD vom Samstagabend und drückten ihre Anteilnahme mit den Opfern und Angehörigen aus.