Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ab 50 Jahren in Niedersachsen plant einen vorzeitigen Renteneintritt. Laut dem DAK-Gesundheitsreport hängt dieser Wunsch eng mit dem Gesundheitszustand der Arbeitnehmer zusammen.
Hannover (epd). In Niedersachsen möchte mehr als jeder zweite ältere Arbeitnehmer vorzeitig in den Ruhestand gehen. Rund 54 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren planen dort einen früheren Renteneintritt, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Montag in Hannover mitteilte.
Bei den Erwerbstätigen mit einem schlechteren Gesundheitszustand liegt dieser Wert den Angaben zufolge sogar bei 57 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport «Arbeiten ab 50: langfristig gesund und zufrieden».
Der niedersächsische DAK-Landeschef Dirk Vennekold forderte angesichts der Debatte um eine Rentenreform und längere Arbeitszeiten mehr Anstrengungen, um erfahrene Arbeitnehmer gesund im Beruf zu halten. «Dafür braucht es Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das stärker auf die Bedürfnisse älterer Beschäftigter zugeschnitten ist», sagte er. 39 Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage im Rahmen des Gesundheitsreports nannten Wertschätzung als eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Arbeiten.
Für den DAK-Gesundheitsreport wurden unter anderem die Krankschreibungen von rund 223.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Niedersachsen aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Demnach sind Beschäftigte ab 50 Jahren zwar seltener krankgeschrieben als jüngere. Ihre Krankheitsausfälle dauern mit durchschnittlich 16,2 Tagen jedoch doppelt so lange wie bei Beschäftigten unter 50 Jahren, die im Schnitt 8,1 Tage krank sind.
Mit zunehmendem Alter steigt auch der Krankenstand der Beschäftigten. Bei den 65-Jährigen erreicht er rund elf Prozent und liegt damit fast doppelt so hoch wie bei den 50- bis 55-Jährigen. Dort lag der Krankenstand bei jeweils rund sechs Prozent der vorgesehenen Arbeitszeit.
Die DAK-Gesundheit gehört zu den größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Sie ging aus der 1930 gegründeten Deutschen Angestellten-Krankenkasse hervor.