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Seit 60 Jahren pflegt die Deutsch-Israelische Gesellschaft Kontakte zwischen den beiden Ländern in den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft. Ihr Präsident Volker Beck warnt vor Antisemitismus und Pauschalurteilen.

Bremen (epd). Die Verunsicherung von Juden in Deutschland durch einen wachsenden Antisemitismus steigt nach Einschätzung des Präsidenten der Deutsch-israelischen Gesellschaft (DIG), Volker Beck, massiv. «Ich kenne eigentlich niemanden aus der jüdischen Community, der sich nicht genau überlegt, wann er irgendetwas macht oder zeigt, womit er als jüdisch erkennbar ist», sagte Beck im Interview mit dem Bremer «Weser Kurier» (Samstag). Gewalt und Bedrohung hätten eine «ungeheure Präsenz» bekommen.

Beck will den Angaben zufolge am Sonntag anlässlich des 60. Geburtstags der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Bremen sprechen. Er warnte davor, Kritik an Israel im deutschen Wahlkampf zu missbrauchen. Aktuell machten etwa das BSW und die Linke in Berlin-Neukölln im Kommunalwahlkampf Gaza-Politik. «Israelhass als Wahlkampfschlager: Das hat natürlich Auswirkungen», sagte der frühere Grünen-Politiker.

«Wenn Juden in Europa oder in den USA mit Israel identifiziert werden, obwohl sie dort weder Wahlrecht haben und manche vielleicht sogar noch nie in Israel waren, dann ist das Antisemitismus», mahnte Beck. Genauso falsch sei es, Israelis pauschal für die jüngsten Äußerungen des israelischen Polizeiministers Itamar Ben Gvir oder die Politik der Netanjahu-Regierung verantwortlich zu machen. «Ich möchte auch nicht für jeden Quatsch der Bundesregierung in Haft genommen werden, weil ich einen deutschen Pass habe.»