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Millionen Menschen trinken zu viel Alkohol - und viele beginnen schon als Jugendliche. Die Diakonie sieht ein gesellschaftliches Problem - und fordert mehr Unterstützung für die Prävention.

Hannover (epd). Angesichts hoher Zahlen insbesondere von Alkoholabhängigen hat die Diakonie in Niedersachsen mehr Investitionen für die Prävention gefordert. «Es gibt keinen risikofreien Konsum: Alkohol schadet der Gesundheit vom ersten Glas an», sagte Diakonie-Chef Hans-Joachim Lenke am Donnerstag. Rechtfertigen müssten sich aber häufig diejenigen, die sich bewusst gegen Alkohol entschieden.

Im Jahr 2024 hätten deutschlandweit mehr als acht Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren eine «riskante Menge» Alkohol konsumiert, hieß es. Der erste Kontakt mit Alkohol erfolge bereits mit etwa 15 Jahren, das erste Rauschtrinken mit etwa 16 Jahren. «Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir früher und konsequenter präventiv ansetzen müssen», sagte Lenke.

In jeder Fachstelle für Sucht und Suchtprävention brauche es daher eine Fachkraft im Team, forderte Lenke. Gerade Präventionsarbeit leiste einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor einer Sucht und helfe somit auch, hohe gesellschaftliche Folgekosten zu vermeiden. Außerdem werde das Verständnis dafür gestärkt, dass Sucht eine Krankheit sei «und kein individuelles Versagen».

In Niedersachsen gibt es den Angaben zufolge 75 anerkannte Fachstellen für Suchtberatung. In 20 Einrichtungen fördere das Land seit 1992 die Präventionsarbeit mit einem gleichbleibenden Betrag von jeweils 23.000 Euro für eine halbe Stelle, wenn die Kommune die zweite Hälfte übernehme. Der Betrag sei trotz gestiegener Kosten für Personal- und Sachmittel in den vergangenen Jahrzehnten nicht angehoben worden.

Die Fachstellen seien oft der erste Anlaufpunkt für Betroffene und Angehörige, hieß es. Neben Beratern und Beraterinnen der Sozialen Arbeit, Medizin und Psychologie arbeiteten in jeder Stelle auch ausgebildete Suchttherapeuten, welche die Menschen gegebenenfalls in ambulante oder stationäre Therapien vermittelten.