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Hannover (epd). Die Aktion «einfach heiraten» findet in diesem Jahr am 26. Juni statt. Woher die Aktion stammt und was Paare beachten müssen, fasst der Evangelische Pressedienst (epd) zusammen.

# Was ist «einfach heiraten»?

Die Aktion «einfach heiraten» stammt aus der bayerischen evangelischen Landeskirche und fand 2023 am Schnapszahl-Datum 23.3.23 erstmals statt. Damals nahmen laut Landeskirchen-Angaben 251 Paare (136 Segnungen / 115 Trauungen) an 13 Orten teil. Im vergangenen Jahr waren es schon 808 Paare (486 Segnungen / 322 Trauungen) an 56 Orten.

Das Besondere an der Aktion: Paare können ganz spontan ohne große Vorbereitung vorbeikommen und sich segnen oder kirchlich trauen lassen.

# Was müssen Paare beachten?

Ob frisch verliebt, verlobt, lange verheiratet, katholisch oder queer: Segnen lassen können sich alle, die es möchten. «Liebe ist Liebe und sie soll gesegnet sein, verschiedengeschlechtlich und gleichgeschlechtlich», heißt es auf der Website «einfachheiraten.info». Für eine kirchliche Trauung mit offiziellem Eintrag ins Kirchenbuch wird es etwas formaler: Mindestens ein Partner muss zwingend evangelisch sein. Außerdem muss die standesamtliche Eheurkunde vorgelegt werden.

# Wo können sich Paare segnen oder trauen lassen?

In den meisten Fällen kann in Kirchen geheiratet werden. Es gibt aber auch besondere Orte, etwa im Otterzentrum Hankensbüttel oder auf einer Schwebefähre. Die Website «einfachheiraten.info» bietet eine Übersichtskarte mit allen bundesweit rund 350 beteiligten Orten sowie allen wichtigen Informationen zum Ablauf. An einigen Orten wird auf Wunsch ein Sektempfang organisiert oder ein Fotograf gestellt.

# Wer ist beteiligt?

In diesem Jahr machen zwölf evangelische Landeskirchen, darunter alle niedersächsischen sowie die bremische Kirche mit, außerdem die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) als übergreifende Organisation. Die katholische Kirche ist nicht beteiligt. Die zwei großen Kirchen haben unterschiedliche theologische Auffassungen von «Ehe»: Im Gegensatz zur katholischen Kirche gilt die Ehe in der evangelischen Kirche nicht als Sakrament, sondern laut Reformator Martin Luther als «ein weltlich Ding».

Die kirchliche Trauung ist nach evangelischem Verständnis ein Gottesdienst, in dem zwei Menschen anlässlich einer Eheschließung für ihren gemeinsamen Lebensweg Gottes Segen erbitten. Die Ehe wird in der evangelischen Kirche nicht als unauflöslich angesehen, weshalb geschiedene Menschen wieder heiraten können.