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Die Zahl der Badetoten steigt bundesweit deutlich an. Warum ausgerechnet der Start der Badesaison so viele Menschen das Leben kostete, zeigt die aktuelle DLRG-Bilanz.

Bad Nenndorf/Düsseldorf (epd). In Deutschland ist die Zahl der tödlichen Badeunfälle gestiegen. Bis Ende Juli dieses Jahres seien mindestens 261 Menschen ertrunken, davon 23 in Niedersachsen, teilte der Landesverband Niedersachsen der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Bad Nenndorf mit. In dem Bundesland sei die Anzahl im Vergleich zu 24 Badetoten im Vorjahreszeitraum leicht gesunken. Dabei machten sich vor allem die heißen Sommermonate durch vermehrte Todesfälle bemerkbar.

Allein im Juni seien in Niedersachsen neun Menschen ertrunken, im Juli kamen vier Menschen ums Leben. Die meisten Personen (11) seien in Seen ertrunken, fünf in Flüssen und vier in Kanälen, hieß es. «Unbewachte Gewässer sind die größte Gefahr», sagte DLRG-Landesverbandssprecher Dominik Preiser. Viele Menschen schätzten die Gefahren und ihre eigenen Schwimmfähigkeiten nicht richtig ein. Der DLRG warne daher davor, an unbewachten Gewässern zu baden und bitte darum, auf andere Menschen zu achten.

Auch bundesweit hätten sich seit Beginn der Badesaison deutlich mehr tödliche Unfälle ereignet als im Vorjahr, teilte die DLRG bei der Vorstellung der Zwischenbilanz in Düsseldorf mit. «Insbesondere im Juni kam es zu einem dramatischen Anstieg an Unfällen», sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. 101 Menschen starben in dem Monat, eine ähnlich hohe Zahl habe es zuletzt im Juni 2003 gegeben.

Vogt sprach von einem «traurigen Rekord». In den ersten sieben Monaten dieses Jahres seien 15 Menschen mehr gestorben als im Vorjahreszeitraum. Betroffen seien hauptsächlich junge Menschen von 11 bis 30 Jahren: In den ersten sieben Monaten 2026 seien 75 Menschen in dieser Altersgruppe ertrunken (2025: 49). Bei 85 Prozent aller Todesopfer handele es sich um Männer oder Jungen, auch in Niedersachsen war die Mehrzahl der Opfer (16) männlich.

Unter Kindern bis zehn Jahren sind in diesem Jahr laut DLRG bislang mindestens acht Todesopfer zu beklagen (2025: 9). Vogt kritisierte, dass zu wenige Kinder Schwimmen lernten: «Wir gehen davon aus, dass weiterhin die Mehrheit der Kinder die Grundschule verlässt, ohne ein Schwimmabzeichen abgelegt zu haben.»

Notwendig sei, dass Bund, Länder und Kommunen flächendeckend mehr Geld in die marode Schwimmbadlandschaft und den schulischen Schwimmunterricht investierten. Schwimmen sei «eine Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben, Rechnen», betonte die DLRG-Präsidentin. Schwimmunterricht falle oft aus, weil viele Schulen «kein Schwimmbad in erreichbarer Nähe haben».