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Bischof Thomas Adomeit: Beide sind berufen, mit ihren Gaben der Kirche zu dienen.

Mit einem Festgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche sind am Freitagmittag, 20. März, Oberkirchenrat Sebastian Groß und Oberkirchenrat Hauke Smoor von Bischof Thomas Adomeit in ihre neuen Ämter eingeführt worden. Im September2025 waren beide von der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg gewählt worden. 

Oberkirchenrat Sebastian Groß wurde als nichttheologisches Mitglied des Oberkirchenrates für den Bereich Finanzen eingeführt und Oberkirchenrat Hauke Smoor als juristisches Mitglied des Oberkirchenrates für den Bereich Recht. Beide Positionen wurden im privatrechtlichen Arbeitsverhältnis mit einer Amtszeit von zehn Jahren besetzt.
Neben dem Bischof, der Synode und dem Gemeinsamen Kirchenausschuss leitet und verwaltet der Oberkirchenrat als Kollegialorgan die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

Klarheit, Mut, Gelassenheit und Verbündete 
Zur Einführung betonte Bischof Thomas Adomeit, er wünsche beiden neuen Oberkirchenräten für ihren Dienst: „Klarheit, wenn Entscheidungen anstehen. Geduld, wenn Prozesse mühsam sind. Mut, wenn Widerstände wachsen. Gelassenheit, wenn nicht alles sofort gelingt. Verbündete an eurer Seite. Und immer neu die Freiheit, nicht aus euch selbst leben zu müssen.“

Das Kollegium sei glücklich, die beiden neuen Oberkirchenräte an seiner Seite zu haben, so Adomeit. Beide seien berufen, mit ihren Gaben der Kirche zu dienen. „Nicht jeder auf dieselbe Weise. Aber beide in derselben Bindung an Christus. Und auch nicht als Solisten. Sondern im Kollegium, im Zusammenspiel mit den anderen, im Gegenüber zu Synode, Gemeinsamem Kirchenausschuss, Gemeinden, Kirchenkreisen und vielen Mitarbeitenden im Haupt- und Ehrenamt.“

Unternehmergeist, Tempo und Gestaltungswillen für große Aufgaben
In seinen Worten zur Einführung bescheinigte Bischof Adomeit Sebastian Groß Unternehmergeist, Tempo und Gestaltungswillen. Der neue Oberkirchenrat werde gerade dort gebraucht, „wo unsere Kirche strategisch denken und verantwortlich steuern muss.“ Denn die Aufgaben seien groß: Haushaltsstabilität, Nachhaltigkeit, steuerrechtliche Fragen, Verwaltungsneuausrichtung, Prioritätenprozess, Risikomanagement, alternative Finanzierungswege und die Begleitung tiefgreifender Veränderungen.

Eine gute Voraussetzung für die neuen Aufgaben sei, dass für Sebastian Groß das Thema Gerechtigkeit einen sehr hohen Stellenwert habe, so Adomeit. „Denn Gerechtigkeit gehört in die Mitte kirchlicher Leitung. Nicht nur auf der Kanzel. Auch im Haushalt. Auch in der Verteilung. Auch in den Prioritäten. Auch in der Frage, wem Aufmerksamkeit, Mittel und Möglichkeiten zukommen.“

Kirche braucht ein Recht mit Haltung
Kirche brauche ein Recht mit Haltung, so Bischof Adomeit im Festgottesdienst. Ein Recht mit Menschenkenntnis und mit Sprache, ein Recht, das Klarheit schaffe, ohne hart zu werden. Ein Recht, das den Auftrag der Kirche schütze und zugleich ihre Wege öffne. Menschen müssten spüren: „Hier wird nichts willkürlich entschieden. Hier wird verantwortlich gehandelt.“

Dazu bringe Hauke Smoor die nötige Erfahrung mit und die Fähigkeit, „Recht nicht als Bremse, sondern als ermöglichendes Werkzeug zu verstehen, als Navigation, als Brückenbau.“ Dazu passe auch, was Smoor persönlich ausstrahle: „Empathie, Kommunikationsfähigkeit, die Freude am Gespräch. Und vielleicht ist es sogar ein gutes Zeichen, dass dich Engstirnigkeit, Verzagtheit und Ich-Bezogenheit auf die Palme bringen. Denn eine Kirche in Veränderung braucht keinen engen Horizont. Sie braucht Weite. Sie braucht Mut. Sie braucht den Blick auf das Ganze.“

Nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit
In ihrer Dialogpredigt zu 2. Timotheus 1,7 (Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.) beschäftigten sich beide neuen Oberkirchenräte mit dem Thema Furcht im Kontext von Finanzen und Recht.

Im kirchlichen Recht sei Kraft nicht Härte, so Hauke Smoor. Sie sei die Bereitschaft, „für Ordnung einzustehen – nicht um der Ordnung willen, sondern damit Freiheit geschützt wird.“ Recht in der Kirche diene nicht der Machtausübung, sondern der Verlässlichkeit des Evangeliums in geordneten Strukturen. Dabei bedeute Liebe im Recht: das Gegenüber dürfe nicht auf einen Fall reduziert werden. Konflikte in der Kirche seien dabei ein Ausdruck lebendiger Gemeinschaft. Recht solle Versöhnung ermöglichen, so Smoor. „Ein Jurist im kirchlichen Dienst darf nie vergessen: Vor ihm steht kein ‚Vorgang‘, sondern ein Mensch, für den Christus gestorben ist.“

Für Sebastian Groß heißt Kraft im Bereich der Finanzen: „Entscheidungen zu treffen, die nicht nur heute populär sind, sondern morgen tragfähig. Es ist einfacher, Mittel auszugeben, als Prioritäten zu setzen. Es ist leichter, Strukturen zu erhalten, als sie zu überprüfen.“ Hinter jeder Zahl und jeder Haushaltsstelle stehe ein Auftrag der Kirche, so Groß. „Hinter jedem Projekt eine Hoffnung. Und hinter jeder Hoffnung stehen Menschen, steht unsere Gemeinschaft. Wo wir in der Kirche mit Zahlen umgehen, haben wir es immer mit Menschen zu tun, die Gott liebt.“ Finanzverantwortung ohne Liebe würde kalt kalkulieren. Liebe ohne Verantwortung würde Ressourcen sorglos verteilen.

Der Festgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche wurde musikalisch gestaltet von Kirchenmusikdirektor Tobias Götting (Orgel) und Landesposaunenwart Christian Strohmann (Trompete).

Oberkirchenrat Sebastian Groß (42) ist seit Februar 2026 nichttheologisches Mitglied des Oberkirchenrates für den Bereich Finanzen. Bereits im Februar 2023 war er von der Synode in das Amt als nebenamtliches nichttheologisches Mitglied des Oberkirchenrates für den Bereich Finanzen gewählt worden.

Ihm obliegt die fachliche und disziplinarische Leitung des Dezernates 4 und er verantwortet die Finanzsteuerung und das Controlling sowie den Jahresabschluss und den Haushaltsplan. Groß ist Teil der kommissarischen Leitung der Gemeinsamen Kirchenverwaltung mit ca. 250 Mitarbeitenden und Projektleiter für die Neustrukturierung der Gemeinsamen Kirchenverwaltung der oldenburgischen Kirche.

Bereits seit 2018 ist Sebastian Groß Abteilungsleiter für Finanzen und Vermögen in der Zentralen Dienststelle der Gemeinsamen Kirchenverwaltung der oldenburgischen Kirche. Zusätzlich war er Lehrbeauftragter am Niedersächsischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung e.V. 

Groß ist in Detmold aufgewachsen und hat Betriebswirtschaftslehre (2003 – 2008) in Greifswald studiert. Der Diplom-Kaufmann war zunächst wissenschaftliche Hilfskraft (2008), danach Prüfer bei der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Münster (2009 – 2012), Controller bei der Johanniter Seniorenhäuser GmbH (2012 – 2013) sowie IT-Systemprüfer und Teamleiter beim Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V. (2013 – 2018). 

Sebastian Groß ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Oberkirchenrat Hauke Smoor (38) ist seit Februar 2026 juristisches Mitglied des Oberkirchenrates für den Bereich Recht und leitet das Dezernat 2. Von Anfang 2022 bis Februar 2026 war Smoor Oberkirchenrat im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover und Referent für Recht der Auslandsarbeit, kirchliches Verwaltungsrecht, Liegenschaftsrecht und Versicherungswesen. Darüber hinaus war er Geschäftsführer der Grundstücks- und Baurechtskommission der EKD und Geschäftsführer der Versicherungskommission der EKD. Smoor wirkte verantwortlich mit bei der Erstellung der Anerkennungsrichtlinie-EKD (April 2025) und der Erstellung der Klimaschutzrichtlinie-EKD (Oktober 2022).

Smoor, der gebürtig aus Osnabrück stammt, war von 2017 bis Ende 2021 Rechtsanwalt bei Berding Rechtsanwälte Partnerschaft in Dinklage. Anfang 2021 wurde ihm der Titel Fachanwalt für Verwaltungsrecht verliehen.

Von Ende 2014 bis Ende 2016 absolvierte Smoor den Juristischen Vorbereitungsdienst am Verwaltungsgericht Osnabrück, bei Rechtsinformer.Rechtsanwälte in Osnabrück und der Staatsanwaltschaft Osnabrück sowie dem Amtsgericht Lingen (Ems), den er mit der Zweiten juristischen Staatsprüfung abschloss. 

Von 2007 bis 2014 studierte Hauke Smoor Rechtswissenschaften an den Universitäten Osnabrück und Straßburg mit dem Abschluss Erste Juristische Prüfung. 

Hauke Smoor lebt in der Gemeinde Steinfeld, ist verheiratet und hat einen Sohn.

 

Einführungsgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche (von links nach rechts): Claudia Reetz, synodales Mitglied des Gemeinsamen Kirchenausschusses; Oberkirchenrätin Gudrun Mawick; Synodenpräsident Chris Schellstede; Oberkirchenrat Sebastian Groß; Oberkirchenrat Hauke Smoor; Bischof Thomas Adomeit; Lena Oltmann, Referentin im Dezernat 2; und Oberkirchenrat Lars Dede.
Einführungsgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche (von links nach rechts): Claudia Reetz, synodales Mitglied des Gemeinsamen Kirchenausschusses; Oberkirchenrätin Gudrun Mawick; Synodenpräsident Chris Schellstede; Oberkirchenrat Sebastian Groß; Oberkirchenrat Hauke Smoor; Bischof Thomas Adomeit; Lena Oltmann, Referentin im Dezernat 2; und Oberkirchenrat Lars Dede.
Einführungsgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche (von links nach rechts): Synodenpräsident Chris Schellstede; Oberkirchenrat Lars Dede; Oberkirchenrat Sebastian Groß; Claudia Reetz, synodales Mitglied des Gemeinsamen Kirchenausschusses; Oberkirchenrat Hauke Smoor; Bischof Thomas Adomeit und Oberkirchenrätin Gudrun Mawick.
Einführungsgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche (von links nach rechts): Synodenpräsident Chris Schellstede; Oberkirchenrat Lars Dede; Oberkirchenrat Sebastian Groß; Claudia Reetz, synodales Mitglied des Gemeinsamen Kirchenausschusses; Oberkirchenrat Hauke Smoor; Bischof Thomas Adomeit und Oberkirchenrätin Gudrun Mawick.
Amtseinführung von Oberkirchenrat Hauke Smoor
Amtseinführung von Oberkirchenrat Hauke Smoor
Amtseinführung von Oberkirchenrat Sebastian Groß (lins)
Amtseinführung von Oberkirchenrat Sebastian Groß (lins)
Einsegnung von Oberkirchenrat Sebastian Groß
Einsegnung von Oberkirchenrat Sebastian Groß
Einsegnung von Oberkirchenrat Hauke Smoor
Einsegnung von Oberkirchenrat Hauke Smoor
Dialogpredigt von Oberkirchenrat Sebastian Groß (links) und Oberkirchenrat Hauke Smoor (rechts)
Dialogpredigt von Oberkirchenrat Sebastian Groß (links) und Oberkirchenrat Hauke Smoor (rechts)