Filmvorführung mit anschließendem Gespräch mit Film-Initiator Detlev Zander
Die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg lädt im Rahmen der Präventionsarbeit gemeinsam mit dem cine K und dem Kinderschutzbund Oldenburg zu einer Filmvorführung des Films "Die Kinder aus Korntal" ein.
Noch sind einige Restkarten erhältlich für die Filmvorführung am Mittwoch, 25. Februar, von 16 Uhr bis 19 Uhr im cine K in Oldenburg (Bahnhofstraße 11). Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten.
Die Online-Ticketbestellung ist möglich unter: https://www.kirche-oldenburg.de/service/termin/termindetails/kino-die-kinder-aus-korntal-mit-detlev-zander
Im Ticket enthalten ist ein Freigetränk.
Im Anschluss an den Film, gibt es im Foyer die Möglichkeit mit einander ins Gespräch zu kommen. Neben dem Initiator des Films, Detlev Zander, stehen als Gesprächspartner*innen Berater*innen der Fachstelle sowie vom Kinderschutzbund zur Verfügung.
Ein paar kurze Infos zum Film: "Die Kinder aus Korntal":
Korntal, eine beschauliche Kleinstadt in Baden-Württemberg, wird zum Schauplatz einer der größten Missbrauchsskandale der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ab den 1950er Jahren wurden in den dortigen Heimen der pietistischen Brüdergemeinde Hunderte Kinder missbraucht, sie mussten Zwangsarbeit, körperliche Züchtigung und sexualisierte Gewalt über sich ergehen lassen. 2013 wird der Skandal öffentlich. Bis heute haben mehr als 150 ehemalige Heimkinder ihr Schweigen gebrochen, mehr als 80 Täter:innen konnten ermittelt werden. Die 9.000-Seelen-Gemeinde reagiert zunächst mit Zweifel und Ablehnung auf die Vorwürfe: Viele können oder wollen sich so etwas in ihrem christlichen Korntal nicht vorstellen. Doch der Druck auf die Brüdergemeinde, die bis heute die Kinderheime leitet, wächst. Ein Aufarbeitungsprozess wird eingeleitet, aber Vorgehensweise und Entschädigungssummen sind umstritten. Viele Betroffene bezeichnen den Aufarbeitungsprozess als Missbrauch nach dem Missbrauch. Sie kämpfen weiter um Gehör, Anerkennung, Respekt und Würde.
Julia Charakter gibt in „Die Kinder aus Korntal“ sechs Betroffenen Raum, ihre Geschichten zu erzählen und zu sagen, was der Aufklärungsbericht ihrer Meinung nach verschweigt. „Dem Film gelingt es, durch eine präzise Recherche der Filmemacherin und die erschütternden Aussagen der Protagonist:innen, das komplexe Bild eines systemischen, nicht enden wollenden Missbrauchs nachzuzeichnen“, heißt es in der Jury-Begründung des DEFA-Förderpreises, mit dem der Film beim DOK Leipzig ausgezeichnet wurde. Das Schweigen in Korntal mag gebrochen sein, das Thema bleibt aber weiter hochaktuell.
(von kinderauskorntal.de)


