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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfassen wieder die Seehunde zwischen Dollart und Elbe. Die Daten helfen, die Entwicklung der Population zu verfolgen und Rückschlüsse auf die Umweltqualität zu ziehen.

Oldenburg (epd). Die Seehunde an der Nordseeküste werden in den nächsten Wochen erneut gezählt. Am 9. Juni starten die ersten Flüge bei Niedrigwasser, um die Tiere auf den Sandbänken aus dem Flugzeug heraus zu zählen, wie das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) am Freitag in Oldenburg mitteilte. Das Gebiet wird dazu in zwei Abschnitte unterteilt. Im Westen gehen die Flüge über das Wattenmeer vom Dollart bis zur Insel Wangerooge. Der östliche Teil beginnt am Jadebusen und geht über die Vogelinsel Mellum und Cuxhaven bis an die Elbe.

Die Tiere werden nach dem internationalen Schutzabkommen für Seehunde gleichzeitig in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden gezählt, um einen genauen Überblick über den Bestand zu gewinnen. Wissenschaftler des Laves begleiten die Flüge und verschaffen sich dabei erste Eindrücke über den derzeitigen Gesundheitszustand der Meeresbewohner.

Im vergangenen Jahr hatten die Experten während der Flüge über das Wattenmeer 8.443 Seehunde gezählt, darunter 2.335 Jungtiere - 316 mehr als im Vorjahr 2024. Die Anzahl und der Gesundheitszustand lassen laut dem Laves Rückschlüsse auf die Wasserqualität und auf den Fischbestand zu.

Im Sommer 2002 war mehr als die Hälfte der Seehundpopulation an der Seehundstaupe, einer Viruserkrankung, gestorben. 3.851 Seehunde wurden an der niedersächsischen Küste tot aufgefunden, nur knapp 3.500 Tiere überlebten. Nach diesem Seuchenzug hat sich der Bestand kontinuierlich erholt und wieder stabilisiert.

Schon seit 1958 wird der Bestand in Niedersachsen systematisch erfasst: Bis 1972 wurde von Schiffen aus gezählt, seither aus Flugzeugen. Zu Beginn der Zählungen 1958 wurden 1.827 Tiere registriert.