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Eine Eiche als lebendiges Stück Waldgeschichte: Die Friederikeneiche im Hasbruch zählt zu den ältesten Bäumen Norddeutschlands. Nun erhält der rund 800 Jahre alte Baum den Status «Nationalerbe-Baum».

Hude/Kr. Oldenburg (epd). Die rund 800 Jahre alte Friederikeneiche im Hasbruch in der Gemeinde Hude bei Bremen ist als «Nationalerbe-Baum» ausgezeichnet worden. Das Kuratorium Nationalerbe-Bäume der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft würdige damit einen der ältesten Bäume Norddeutschlands, teilte die Niedersächsischen Landesforsten am Freitag mit.

Die Eiche hat den Angaben zufolge einen Stammumfang von etwa 7,81 Metern. Neben Alter und Umfang sei insbesondere ihre außergewöhnlich große Krone ausschlaggebend für die Auswahl. Weil der Baum über lange Zeit immer wieder freigestellt wurde, habe sich seine weit ausladende Krone erhalten können. Ohne diese Pflege wäre die Eiche vom umstehenden Wald bedrängt worden und vermutlich abgestorben. Benannt wurde die Eiche bereits im 19. Jahrhundert nach der Tochter des Oldenburger Großherzogs Paul Friedrich August, Friederike.

Mit der Auszeichnung ist eine langfristige Perspektive für Pflege und Erhalt verbunden, hieß es. Das Kuratorium wolle insgesamt 100 besonders alte Bäume als Nationalerbe-Bäume schützen und dafür spezielle Pflege- und Sicherungskonzepte entwickeln. Die Friederikeneiche sei dabei auch ökologisch bedeutsam: Als alter Habitatbaum biete sie unter anderem Fledermäusen, Spechten und dem Eremiten - eine streng geschützte Käferart - Lebensraum.

Der Hasbruch umfasst rund 630 Hektar und zählt zu den bedeutenden historischen Laubwaldgebieten in Niedersachsen. Zwischen Delmenhorst und Oldenburg gelegen gilt er als einer der letzten großen Urwaldreste in Nordwestdeutschland. Teile des Waldes werden bereits seit 1830 nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt und vollkommen sich selbst überlassen.