Die Schultüte, der Schulweg und eine Klasse mit vielen neuen Freunden: Für Hunderttausende von Schulanfängern beginnt in diesen Wochen ein aufregender Lebensabschnitt.
Hannover (epd). Zahlreiche Mädchen und Jungen haben im August in den meisten Bundesländern ihren ersten Schultag. Allein in Niedersachsen werden rund 80.000 Abc-Schützen eingeschult. Die Sozialarbeiterin Jessica Kind vom Diakonieverband Hannover-Land hat Tipps für Eltern und Familien parat, damit der Schulstart gelingen kann.
Der Schritt vom Kindergarten in die Schule ist ein wichtiger und oft großer Schritt. Nicht nur Eltern müssen ihren Alltag neu organisieren. Gerade für die Kinder ist der Wechsel ein aufregendes Erlebnis. «Stärken Sie Ihr Kind und üben Sie gemeinsam, den Schulweg zu gehen», rät Jessica Kind. «Nehmen Sie sich Zeit, Sorgen ernsthaft anzuhören und überlegen Sie zusammen, was guttun kann.»
Zum Schulstart sind die Materiallisten für die erste Ausstattung sehr umfangreich. Der Tipp von Jessica Kind: «Teilen Sie diese Anschaffungen unter Familienangehörigen auf. Die Oma freut sich bestimmt, den schönen Tuschkasten zu schenken, und der Onkel sucht vielleicht die richtig coolen Turnschuhe aus.» Dann bleibt sicher auch noch Platz für die ein oder anderen Süßigkeiten.
Der Tag wird schon lange geplant, und oft ist die ganze Familie dabei. «Damit Sie als Elternteil für Ihr Kind da sein können, verteilen Sie Aufgaben im Familien- und Freundeskreis», empfiehlt die Diakonie-Expertin. Eine Person kann fotografieren. Eine andere bringt einen Salat mit. Der nächste überlegt sich ein Spiel für alle oder kann toll dekorieren: «So haben Sie und Ihr Kind Zeit, den Einschulungsgottesdienst und die vielen neuen Eindrücke auf den Schulhof zu genießen.»
Die wichtigste Regel ist laut Jessica Kind: «Seien Sie mit Ihrem Kind und sich selbst geduldig.» Der neue Alltag muss nicht sofort perfekt klappen. Kinder, Lehrkräfte und Elternteile müssen sich alle mit unterschiedlichen Erfahrungen erst an die neue Situation gewöhnen. «Gönnen Sie sich und dem frischen Schulkind Zeit - zum gemeinsamen Kochen vom Lieblingsgericht oder eine Extra-Portion Kuschelzeit am Abend.»
Soziale Einrichtungen und Kirchengemeinden begleiten Familien gerne und mit viel Erfahrung. «Nutzen Sie Angebote vor Ort wie Schultüten basteln in Kirchengemeinden und Familienzentren oder vorbereitende Elternabende in den Kitas», sagt die Kirchenkreis-Sozialarbeiterin. In der Sozialberatung der Diakonie etwa könnten vertraulich finanzielle Möglichkeiten geprüft und Unterstützung ermöglicht werden. Denn: «Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung.»