Sechs Millionen Juden hatten die Deutschen ermordet, ein Drittel des gesamten Volkes Israel. Trotzdem gingen Deutsche und Israelis nach dem Krieg wieder aufeinander zu. Davon erzählt jetzt eine Ausstellung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen.
Bergen-Belsen (epd). Die niedersächsische KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen zeigt ab dem 13. Mai die Sonderausstellung «70 Jahre Luxemburger Abkommen. Nicht erreichbar - nicht abschließbar: Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts». Zur Eröffnung ab 14 Uhr werden auch zwei Töchter ehemaliger Häftlinge erwartet, wie das Büro des niedersächsischen Antisemitismusbeauftragten Gerhard Wegner am Donnerstag mitteilte. Die beiden wollten mit der Gedenkstättenleiterin Elke Gryglewski darüber sprechen, wie die Lagerhaft und das erfahrene Leid ihrer Eltern auch ihre eigenen Leben prägten, heißt es auf der Homepage der Gedenkstätte.
Der Vernichtungsfeldzug der Nationalsozialisten und ihrer Verbündeten führte zu fast sechs Millionen jüdischen Mordopfern, zu Raub und Terror, wie es in der Ankündigung heißt. Die Ausstellung widme sich der darauffolgenden Geschichte jüdischer materieller Ansprüche sowie der deutschen Bemühungen, Verantwortung für die Verbrechen im Nationalsozialismus zu übernehmen. Sieben Jahre nach dem Ende des Holocaust setzten sich die Bundesrepublik Deutschland, der Staat Israel und die Conference on Jewish Material Claims Against Germany zusammen und schlossen nach zähem Ringen im September 1952 in Luxemburg ein entsprechendes Abkommen.
Diese Wanderausstellung wurde den Angaben zufolge vom Bundesministerium der Finanzen und der Claims Conference unter Mitwirkung des Knesset-Museums des israelischen Parlaments in Jerusalem konzipiert. Die Eröffnung findet im Zelt auf dem Anne-Frank-Platz vor der Gedenkstätte statt.