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Im Museumsdorf Cloppenburg erinnert ein Gedenkstein an die Millionen Flüchtlinge aus den Ostgebieten, die nach der NS-Gewaltherrschaft in Niedersachsen eine neue Heimat fanden. Damals hatte jeder dritte Einwohner des Landes eine Fluchterfahrung.

Cloppenburg (epd). Im Museumsdorf Cloppenburg erinnert ein Gedenkstein an die Vertriebenen in der Folge der NS-Gewaltherrschaft und Kriegsverbrechen sowie der Gebietsverluste des Deutschen Reiches. Das Denkmal «1945» sei nach der Auflösung des Museums für Ostdeutsche Kulturgeschichte in Bad Zwischenahn Ende 2025 an das Museumsdorf übergeben worden, teilte das Haus am Mittwoch mit. Zwischenzeitlich sei er im Bereich der neuen Baugruppe «Siedlung Nachkriegszeit» aufgestellt worden.

Der Stein erinnere an die Flucht und Vertreibung von rund 12 bis 14 Millionen Menschen aus den deutschen Ostgebieten und aus Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa während und nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Viele dieser Flüchtlinge seien in das heutige Niedersachsen gekommen. Dort stieg die Einwohnerzahl von rund 4,5 Millionen im Jahr 1939 auf fast 6,8 Millionen im Jahr 1950. Damals habe jeder dritte Einwohner Niedersachsens Flucht und Vertreibung erfahren, hieß es.

Das aus Ziegeln gemauerte Denkmal des Künstlers Martin Hoffmeister (1917 - 2007) rufe das traumatische Erlebnis der Flucht mit der Darstellung eines Flüchtlingszuges ins Gedächtnis. Es entstand den Angaben zufolge auf Initiative des Vereins «Ostdeutsche Heimatstube» in Bad Zwischenahn und wurde 1987 auf dem Gelände der Heimatstube errichtet.