Die umfassende Reform der braunschweigischen Landeskirche sorgt für Diskussionen: Bei einem Austausch mit Kritikern wirbt die Landesbischöfin um Solidarität - und reagiert auf Warnungen aus den Gemeinden.
Wolfenbüttel/Salzgitter (epd). In einem Austausch mit Kritikern an der umfassenden Strukturreform der braunschweigischen Landeskirche hat Landesbischöfin Christina-Maria Bammel für gegenseitige Solidarität geworben. Strukturveränderungen seien mit Blick auf die evangelischen Landeskirchen in Deutschland schon seit Längerem ein Thema, sagte die Theologin am Dienstagabend laut Mitteilung bei einem Gespräch in Salzgitter-Cramme. Es gehe darum, die Kirche so verantwortungsbewusst zukunftsfähig zu machen, dass auch die nachfolgenden Generationen Gestaltungsmöglichkeiten hätten.
Die braunschweigische Landeskirche hatte angesichts sinkender Mitgliederzahlen und Finanzmittel im vergangenen Jahr unter anderem beschlossen, dass die derzeit elf Propsteien bereits zum Januar 2027 zu vier Propsteien fusionieren sollen. Die Zahl der Kirchengemeinden soll sich in vier Jahren von derzeit mehr als 230 Gemeinden auf maximal sechzehn größere Zusammenschlüsse mit mindestens 10.000 Gemeindemitgliedern reduzieren.
Die Kritiker, darunter auch der Präsident der niedersächsischen Landwirtschaftskammer, Gerhard Schwetje, hatten die Sorge geäußert, dass ehrenamtliche Leitungsarbeit in den Orten weniger werde, wenn die Verwaltung der Gemeinden stärker regionalisiert werde. Das kirchliche Leben in den Dörfern brauche eine gezielte Unterstützung des Ehrenamtes, damit das lokale Engagement verantwortlich wahrgenommen werden könne, argumentieren sie.
Beide Seiten seien sich darin einig gewesen, dass eine lebendige kirchliche Gemeinschaft in den Dörfern erhalten und ehrenamtliches und berufliches Engagement konstruktiv verbunden werden müsse, hieß es. Bammel betonte, dass der Dialog mit allen Gruppen aus der Landeskirche fortgesetzt werde. Die Befürchtungen und Vorschläge würden jeweils in die Vorbereitungen für weitere Beschlüsse zur Reform mit aufgenommen.