Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz - und der erste Niedersachse in diesem Amt. Spitzenvertreter der Landespolitik und die evangelischen Kirchen freuen sich über die Wahl.
Hannover/Hildesheim (epd). Repräsentanten aus Staat und Kirche in Niedersachsen haben dem neuen Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer aus Hildesheim, zu seiner Wahl gratuliert. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sagte am Dienstag in Hannover, er freue sich, dass ein Niedersachse mit dieser bedeutenden Position in der Kirche, aber auch innerhalb der bundesdeutschen Gesellschaft betraut worden sei.
Der 64-jährige Wilmer war zuvor in Würzburg zum Nachfolger von Georg Bätzing (64) gewählt worden. Der Limburger Bischof Bätzing hatte nicht mehr kandidiert. Mit Wilmer, der aus dem Emsland stammt, tritt erstmals ein Niedersachse an die Spitze der Bischofskonferenz. Wilmer übernehme das Amt in einer für die Kirchen nicht leichten Zeit, sagte Lies mit Blick auf Traditionsabbrüche und Missbrauchsskandale.
«Ich bin umso mehr davon überzeugt, dass die Kirchen nicht nur weiterhin eine wichtige Rolle für das Leben einzelner Menschen spielen werden, sondern auch eine bedeutende und unverzichtbare Stimme innerhalb der Gesellschaft und für die Politik sind», betonte Lies: «Ich wünsche mir, dass sie diese Stimme gut vernehmlich nach außen in die gesellschaftlichen Debatten tragen.»
Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) sagte, Heiner Wilmer bringe mit seinem Engagement in der Weltkirche und im interreligiösen Dialog wichtige Voraussetzungen für das Amt mit. «Zugleich wird ihm seine Offenheit, Weltgewandtheit und allen Menschen zutiefst zugewandte Art eine wertvolle Basis für die anstehenden Aufgaben sein.» Sie schätze «seine Dialogfähigkeit und seinen offenen Blick für die Menschen im Land», hob die Ministerin hervor. Sie erinnerte zudem an das neue ökumenisch verantwortete Schulfach «Christliche Religion» in Niedersachsen, das im Sommer landesweit starten soll.
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte als Leitender Bischof der deutschen Lutheraner, Wilmer bringe einen reichen Erfahrungsschatz in der Reflexion über Glaubensfragen, Mission und kirchliche Sendung mit. Die künftigen Jahre verlangten nach Führungspersönlichkeiten, die mit einem aufmerksamen Blick für die Sorgen der Menschen von der Gnade Gottes und seiner Verheißung Zeugnis ablegten, betonte Meister im Namen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).
Für die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen gratulierte der oldenburgische Bischof Thomas Adomeit als Ratsvorsitzender. Er lobte Wilmers differenzierte Aussagen, seine theologische Kompetenz und seine Tatkraft. In Niedersachsen hätten die Kirchen in den vergangenen acht Jahren vertrauensvoll, konstruktiv und zukunftsgewandt zusammengearbeitet, betonte er.
Die evangelisch-reformierte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden aus Leer erklärte, sie habe «mit großer Freude» von der Wahl Heiner Wilmers zum obersten Repräsentanten der Katholiken in Deutschland gehört. Wilmer werde mit seinem geistlichen Profil, seiner Freundlichkeit und Klarheit und seinem feinen Gespür für die Menschen den Weg seines Vorgängers Georg Bätzing in guter Weise weiterführen.
Für die braunschweigische Landeskirche beglückwünschte Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer als stellvertretender Landesbischof den Hildesheimer Bischof. In nachbarschaftlicher Verbundenheit freue er sich mit ihm über die große Wertschätzung, die er erfahren habe. Mit seiner menschlichen Integrität und internationalen Erfahrung sei Wilmer hervorragend geeignet, der Kirche nach innen und außen eine starke Stimme zu verleihen.