Das evangelische Gustav-Adolf-Werk unterstützt im kommenden Jahr 104 Projekte in weltweiten Partnerkirchen. Das beschloss die Bundesversammlung des Diaspora-Werks im niedersächsischen Loccum.
Loccum/Leipzig (epd). Das evangelische Gustav-Adolf-Werk will im kommenden Jahr 104 Hilfsprojekte in Partnerkirchen auf drei Kontinenten mit insgesamt 1,9 Millionen Euro fördern. Einen entsprechenden Projektkatalog für 2027 verabschiedeten die Delegierten des Diaspora-Werks einstimmig bei ihrer Bundesversammlung im niedersächsischen Loccum bei Nienburg, wie das Werk am Mittwoch mitteilte. Das 1832 gegründete Hilfswerk mit Hauptsitz in Leipzig unterstützt protestantische Minderheitskirchen in Europa, Lateinamerika, Zentralasien und dem Nahen Osten.
Bei der Tagung bestätigten die 48 Delegierten aus 21 Hauptgruppen und Frauengruppen zudem Generalsekretär Enno Haaks im Amt. Der Pfarrer, der das Hilfswerk seit 2010 leitet, wurde den Angaben zufolge mit 47 Stimmen bis 2030 wiedergewählt. Zur Beisitzerin im Vorstand wählte die Versammlung Pfarrerin Annette Muhr-Nelson aus Westfalen. Zudem verabschiedeten die Delegierten ein überarbeitetes Leitbild zur Arbeit für die Diaspora.
Zum Auftakt der Tagung hatte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister die Bedeutung der weltweiten kirchlichen Verbundenheit hervorgehoben und zu praktischer Hilfe aufgerufen. «Wir retten nicht die Welt. Wir wirken hinein in konkrete Situationen», betonte er. Die Hilfe für Partnerkirchen sei ein Protest gegen Hoffnungslosigkeit und stärke zugleich die Kirchen in Deutschland.
Kern der Tagung war eine Podiumsdiskussion mit internationalen Gästen über Partnerschaft und Solidarität. Die aus dem Evangelium heraus begründeten Verbindungen der Kirchen gingen weit über materielle Hilfen hinaus, sagte die rumänische Auslandsreferentin Agnes Pattantyus. Es gehöre zur «universellen menschlichen Verantwortung», für Notleidende an anderen Orten einzustehen. Angesichts globaler Krisen betonte Nicolas Rosenthal aus Argentinien den Zusammenhalt der protestantischen Kirchen. «Wir sitzen alle in einem Boot und können uns nur gemeinsam retten», mahnte der Diakonie-Direktor aus Buenos Aires. «Wir können zeigen, dass eine andere Welt möglich ist, wenn wir uns in Liebe und nicht im Hass zusammenschließen.»