Islamisch motivierter Antisemitismus ist seit dem 7. Oktober 2023 auch in Deutschland sichtbar geworden. Beim evangelischen Hanns-Lilje-Forum geht der islamische Theologe Mouhanad Khorchide der Frage nach, woher der Hass kommt.
Hannover (epd). Die evangelische Hanns-Lilje-Stiftung lädt für Dienstag (1. September) zu einer Podiumsdiskussion über das Verhältnis von Islam und Judentum ein. Bei der Veranstaltung in der Synagoge der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover werde der islamische Religionspädagoge Professor Mouhanad Khorchide den Ursachen für islamisch motivierten Judenhass nachgehen, teilte die Stiftung mit. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.
Zugleich fragt der Wissenschaftler den Angaben zufolge, welchen Beitrag das Christentum und die Mehrheitsgesellschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten können. Khorchide hat im vergangenen Jahr das Buch «Ohne Judentum kein Islam» veröffentlicht. Darin schildert er die zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Weltreligionen und fordert eine innerislamische Selbstkritik und Erneuerung. Aus seiner Sicht liegen die Wurzeln des Islam im Judentum.
Khorchide ist Professor für Islamische Religionspädagogik und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster. Er gilt als einer der profiliertesten Vertreter eines liberalen und reformorientierten Islam in Deutschland. Beim Hanns-Lilje-Forum diskutieren mit ihm die Geschäftsführerin der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, Rebecca Seidler, und der niedersächsische Antisemitismusbeauftragte Gerhard Wegner.
Die Moderation übernimmt Christoph Dahling-Sander, Geschäftsführer der Hanns-Lilje-Stiftung. Der Eintritt ist frei. Wegen der begrenzten Platzzahl wird um eine vorherige Anmeldung gebeten.