Sehr positives Fazit aus dem Aktionsprogramm
„Kirche Unterwegs“ war auch in diesem Sommer wieder mit den beliebten Aktionen für Kinder und Erwachsene ein großer Erfolg und wurde während der gesamten niedersächsischen Ferienzeit auf den Campingplätzen gut angenommen. Angeboten wurden kreative Aktionen am Vormittag, abends ein regelmäßiges Sandmännchen-Programm und im Anschluss einige Abende mit verschiedenen Impulsen für Erwachsene.
Mit dem Ende der Ferienzeit wurden nun auch die Zelte von „Kirche Unterwegs“ auf dem Campingplatz in Hooksiel (Landkreis Friesland) abgebaut, die Wohnwagen gehen ins Winterquartier. Im benachbarten Schillig gibt’s mittlerweile eine feste Bleibe, das Sommer-Aktionsprogramm der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hatte bereits im vergangenen Jahr das frühere Bäckerei-Gebäude auf dem Campingplatz nutzen können. Welche Vorteile so eine feste Unterkunft hat, wurde in diesem Jahr schon beim Aufbau deutlich.
Unter der Federführung von Diakon Volker Pickrun übernahmen wie in jedem Jahr etliche Jugendliche sowie Erwachsene als Betreuerinnen und Betreuer und kreative Köpfe ehrenamtlich die Programmgestaltung. Für manche war das eine willkommene Abwechslung für ohnehin viel zu lang dauernde Ferienwochen, andere opferten eine oder sogar zwei Wochen Urlaubszeit. Am Ende sind die Erfahrungen wohl für alle ein Gewinn. Mehr noch, denn die meisten kommen wieder, melden sich am Ende ihrer Einsatzzeit gleich für das kommende Jahr wieder an.
Unwetter mit massiven Folgen
In diesem Jahr gab es allerdings nicht nur Erfahrungen, was attraktive Animation, angewandte Pädagogik, Kommunikation und seelsorgerliche Unterstützung anbelangt. Diesmal war die erste richtig große Herausforderung eine Erfahrung mit einem heftigen Unwetter. „Die ersten Tage in Hooksiel waren schrecklich. So etwas haben wir hier noch nie erlebt“, betont Volker Pickrun in seinem Fazit. Er berichtet von dem Abend, als ein Gewitter aufzog, riesige Hagelkörner niedergingen und die Blitze überhaupt nicht enden wollten. Hinzu kam ein derart heftiger Sturm, dass das gesamte Küchenzelt samt Einrichtung am Ende ein Fall für den Schrottplatz und die Versicherung war. Auch an den Wohnwagen, in denen die Betreuerinnen und Betreuer übernachteten, entstanden Schäden – zum Glück nur geringfügig.
„Wir sind hier in Hooksiel, wir sind Sturm gewöhnt und wissen, wie man so ein Zelt sichert, bringen sogar eine extra Sturmsicherung an. Und wir wissen, wie die Wohnwagen sicher abstellt werden. Aber so etwas haben wir noch nie erlebt. Und wir waren machtlos, konnten gar nicht eingreifen, nur hoffen und beten, dass nichts Schlimmeres passiert.“ Weil nun in Schillig aufgrund der festen Unterkunft das Zelt nicht mehr benötigt wird, konnte schnell Ersatz gefunden werden. Für die Kühlschränke, die das Unwetter ebenfalls nicht überlebt haben, fanden sich mit dem Lions-Club Schortens und den Teilnehmenden der Hasentour Sponsorinnen und Sponsoren, die unbürokratisch unterstützt haben. „Dafür sind wir super dankbar. Dass sich so rasch Lösungen finden, das ist schon eine kleine Wundergeschichte für sich“, so Pickrun. Anschließend wurden rasch neue Lebensmittel besorgt und dann konnte das Programm beginnen.
Hochwertiges Programm ist gern gesehen
Dank der folgenden Wochen voller Sonnenschein war die Stimmung auf dem gesamten Platz sehr entspannt. Und in den Teams? „Das war außergewöhnlich gut, es gab tatsächlich gar keine Spannungen. Das passiert auch nicht so oft“, berichtet Pickrun.
Im vergangenen Jahr hatten alle noch Bedenken, ob es nach dem Verkauf des Campingplatzes in Hooksiel weitergehen kann. In diesem Jahr hat’s gut geklappt. „Ich habe den Eindruck, dass es durchaus gerne gesehen wird, dass wir hier ein qualitativ hochwertiges Programm vor allem für die Kinder anbieten“, so der Diakon. Detaillierte Gespräche mit den neuen Eigentümern stehen aber noch aus.
„Dafür investiere ich gerne meinen Urlaub.“
In den letzten Ferientagen waren Sidney und Konrad als Betreuer mit auf dem Platz in Hooksiel. Die beiden 17-Jährigen sind begeistert und wollen im kommenden Jahr wieder dabei sein. Konrad hatte seine Premiere. Der Schüler aus der Nähe von Elisabethfehn hatte bereits Erfahrung in der Arbeit mit Jugendgruppen, hat mit der Jugendleitercard auch eine Qualifikation. „Am besten war, dass man sofort drin war, ich gehörte einfach dazu“, erzählt er. Sidney absolviert gerade eine Lehre als Tischler, hatte gerade zur passenden Zeit Betriebsurlaub. „Die Menschen, die man hier kennenlernt, sind einfach besonders – dafür investiere ich gerne meinen Urlaub.“ Und bei den Kindern kommen die beiden gut an, werden immer wieder als Unterstützer angefordert.
Viele Eltern schicken ihre Kinder gerne zu den Aktionen, genießen es, ein bisschen Entspannung und persönliche Zeit zu haben, wenn die Kinder gut betreut sind. Betti zum Beispiel: Die 31-Jährige kennt das Angebot von „Kirche Unterwegs“ seit sie selbst Kind war. Mittlerweile hat sie ihre beiden Töchter dabei, Antonia und Leonie. Da die beiden noch klein sind, brauchen sie ständige Begleitung, doch in ein oder zwei Jahren werden sie auch selbstständig den Weg zu den großen Kirchenzelten finden.
Ganz besonderes Gefühl von Nähe und Wärme
„Ich fand’s damals schon toll und ich denke, meinen Kindern wird das Programm ebenso Spaß machen“, sagt sie. Zudem sei das Abendprogramm mit dem Sandmännchen ein schöner Abschluss. „Dann ist ohne große Erklärung klar: Jetzt geht’s in Bett.“ Einige der Lieder seien sogar gleichgeblieben – das sorge für ein ganz besonderes Gefühl von Nähe und Wärme für sie als junge Mutter, erzählt sie. „Aber eines war früher ganz anders: Es waren viel mehr Kinder hier.“
Große Vorfreude „Kirche Unterwegs“ im kommenden Jahr
Volker Pickrun stimmt dem zu. „Ich erinnere mich noch gut an die Zeit. Betti kannte ich schon als Baby. Und damals waren 60 / 70 Kinder keine Seltenheit. Heute sind es im Schnitt um die 30. Die Gesellschaft hat sich verändert. Es gibt insgesamt weniger Kinder. Unsere Arbeit wird aber noch sehr geschätzt. Dass Kinder nicht kommen, weil Eltern die Kirche komplett ablehnen, das ist ganz selten der Fall“, hat Pickrun erfahren. Im Gegenteil: „Viele kommen kurz vor der Abreise noch vorbei und bedanken sich, loben unser Engagement.“ Und deshalb ist bereits jetzt die Freude auf eine neue Zeit im kommenden Jahr bei „Kirche Unterwegs“ groß.
Ein Beitrag von Annette Kellin.
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