Die Zahl der Bürger steigt, die sich nach Kriegsdienstverweigerung doch wieder zum Dienst an der Waffe bereit erklären. In viel größerem Ausmaß hat jedoch die Zahl der Kriegsdienstverweigerer zugenommen.
Hannover, Berlin (epd). Immer mehr Bürger ziehen ihre Anträge auf Kriegsdienstverweigerung zurück. Wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag/online) mitteilte, sind in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres 570 Verzichtserklärungen bei der Kölner Behörde eingegangen.
Dem Bericht zufolge wären dies hochgerechnet auf das Gesamtjahr 855 und damit deutlich mehr als die 781 zurückgenommenen Anträge des Vorjahres. 2023 sind beim Bundesamt 536 Verzichtserklärungen eingegangen, 2024 waren es 626.
Mehr Anträge auf Kriegsdienstverweigerung
Die Sprecherin betonte, für den Verzicht müsse lediglich eine formlose, unterzeichnete Erklärung an das BAFzA gesendet werden. Sie fuhr fort: „Wird der Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zurückgezogen beziehungsweise der Verzicht erklärt, so gilt die antragstellende Person rechtlich nicht mehr als Kriegsdienstverweigerer und unterliegt im Falle einer Reaktivierung der Wehrpflicht beziehungsweise im Spannungs- oder Verteidigungsfall wieder der uneingeschränkten Wehrpflicht.“
Erst zu Wochenbeginn hatte das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mitgeteilt, dass auch die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steige - dies allerdings in einem viel größeren Ausmaß. Bis Ende August gingen demnach 12.102 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ein. Das waren bereits mehr als dreimal so viele wie im Gesamtjahr 2025, als es 3.879 Anträge gab.