Rund 6.000 Menschen haben bis zum Sonnabendnachmittag beim Braunschweiger CSD für queere Rechte demonstriert - mehr als in den Vorjahren. Zwei Wochen nach dem Anschlag in Berlin zeigten auch viele nicht-queere Menschen Solidarität mit der Community.
Braunschweig (epd). Mehr als 6.000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Sonnabend in Braunschweig beim Christopher Street Day (CSD) für die Rechte der queeren Communitiy demonstriert. Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen und einer noch immer frischen Erinnerung an den Anschlag beim CSD in Berlin Ende Juli sei die Parade durch die Braunschweiger Innenstadt von einer «positiven und kraftvollen» Atmosphäre geprägt gewesen, sagte Björn Waldmann vom Orga-Team des Braunschweiger CSD dem Evangelischen Pressedienst (epd).
In den Vorjahren hätten die Veranstalter deutlich weniger Teilnehmende bei der registriert, berichtete Waldmann weiter. Nach dem Berliner Anschlag liege eine «Jetzt-erst-recht-Stimmung» in der Luft. «Es sind auch viele nicht-queere Menschen dabei, die der Community ihrer Solidarität zeigen wollen», betonte er. Der CSD sei «wieder politischer als in den Vorjahren».
Gravierende Zwischenfälle registrierte die Polizei nach eigenen Angaben nicht. Einzig das Plakat einer Zuschauerin, das sich «inhaltlich gegen die Veranstaltung» gerichtet und eine kleinere Streiterei provoziert habe, sei «gefahrenabwehrrechtlich sichergestellt» worden.
Der CSD dauerte den Angaben zufolge bis in die späten Abendstunden an, die queere Communitiy feierte auf dem Braunschweiger Schlossplatz, auf dem zeitgleich das «Sommerloch-Festival» stattfand. Einsatzleiter Thomas Bodendiek von der Polizeiinspektion Braunschweig lobte das schlüssige Sicherheitskonzept und bezeichnete den CSD als «gelungenes Fest».
Seit dem Anschlag auf den Berliner CSD hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen für Folgeveranstaltungen, etwa am vergangenen Wochenende beim Hamburger CSD mit rund 300.000 Teilnehmenden, deutlich hochgefahren. Bei dem Anschlag vor zwei Wochen wurde eine Frau getötet, 31 Menschen wurden verletzt. Der 21-jährige Tatverdächtige war am Tag darauf beim Zugriff eines Spezialeinsatzkommandos in Berlin-Spandau erschossen worden.