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Rechtsruck, Zukunftsängste und mentale Belastungen beschäftigen viele junge Menschen. Beim Landesjugendcamp in Verden sollen sie Gemeinschaft erleben, Kraft schöpfen und über ihre Lebenswirklichkeit ins Gespräch kommen.

Verden (epd). Zum evangelischen Landesjugendcamp der hannoverschen Landeskirche werden von Donnerstag bis Sonntag auf dem Sachsenhain bei Verden rund 1.500 Jugendliche ab 14 Jahren erwartet. Die Teilnehmenden wollen sich in Workshops und Projekten mit Fragen der Gegenwart und des Glaubens beschäftigen.

Das Camp könne für junge Menschen in Zeiten zahlreicher Krisen ein Ort der Erholung sein, sagte Landesjugendpastorin Miriam Heuermann dem Evangelischen Pressedienst (epd). «Das Jugendcamp ist für viele ein Freiraum, in dem ein bisschen weniger Krise ist.»

Zu den Höhepunkten zählen nach ihren Angaben ein großer Taizé-Gottesdienst, eine Disco sowie eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Kirche. Dabei sollen Themen wie Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und die Debatte um eine mögliche Wehrpflicht diskutiert werden.

Als wichtige Themen für Jugendliche nannte Heuermann den Rechtsruck in Politik und Gesellschaft, die Diskussion um Wehr- und Dienstpflicht sowie die Beteiligung junger Menschen. Die Jugendkammer der Landeskirche habe jüngst beschlossen, dass eine Mitgliedschaft in der AfD sowie das Werben oder Kandidieren für die Partei mit einer Mitgliedschaft in der evangelischen Jugend Hannovers unvereinbar sei.

Kritisch äußerte sich die Jugendpastorin zu den Plänen für eine Wehrpflicht. Das von der Bundesregierung angestrebte Modell werbe zwar mit Freiwilligkeit. «Aber das ist es nicht», sagte sie. Während die Bundeswehr ein «ansehnliches Gehalt» zahle, erhielten Teilnehmende eines Freiwilligen Jahres lediglich ein Taschengeld. Sie blieben also, anders als Soldatinnen und Soldaten, auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen.

Zugleich beobachte sie bei vielen jungen Menschen große Zukunftsängste. «Junge Menschen sorgen sich um ihre Zukunft», sagte Heuermann. Die Generation sei durch die Krisen der vergangenen Jahre geprägt, darunter die Corona-Pandemie, den Ukrainekrieg sowie wirtschaftliche Belastungen, die viele Familien träfen.

Besorgniserregend sei die Entwicklung der psychischen Gesundheit. «Wir sehen, dass die mentale Gesundheit junger Menschen frappierend schlecht ist», sagte die Landesjugendpastorin. Deshalb werde es auf dem Camp auch Seelsorgeteams geben. Der Bedarf an Unterstützung sei «massiv gestiegen».

Im besten Fall nähmen die Jugendlichen vom Landesjugendcamp neue Kraft und Ideen mit nach Hause, sagte Heuermann. Sie sollten sagen können: «Das hat meiner Seele gut getan.»