Die evangelische Kirche in Bremen hat den Anschlag auf den Berliner CSD scharf verurteilt. Sie stehe an der Seite der queeren Community, heißt es in einer Stellungnahme.
Bremen (epd). Nach dem mutmaßlichen Anschlag beim Berliner Christopher Street Day hat die Bremische Evangelische Kirche ihre «uneingeschränkte Solidarität mit allen queeren Menschen» erklärt. «Angst und Gewalt dürfen unser Miteinander nicht vergiften. Als Kirche stehen wir an der Seite der LGBTIQ+-Community - im gemeinsamen Schmerz, aber auch im entschlossenen Eintreten für eine Welt, in der alle Menschen ohne Furcht sie selbst sein können», heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme des leitenden Kirchenausschusses.
Der brutale Anschlag habe tiefes Entsetzen und große Bestürzung ausgelöst, hieß es weiter. «Unsere Gedanken, unsere Anteilnahme und unsere Gebete sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wir weinen mit den Trauernden und hoffen auf eine vollständige Genesung derer, die an Körper und Seele verletzt wurden.» Der CSD sei ein Fest der Lebensfreude, der Vielfalt und des friedlichen Eintretens für die Rechte queerer Menschen. «Dieser Angriff galt den Menschen vor Ort, aber er zielte auch auf die Freiheit und Würde unserer gesamten offenen Gesellschaft.»
Der Kirchenausschuss hob hervor, dass Queerfeindlichkeit, Hass und Diskriminierung allen christlichen Werten widersprächen: «Jeder Mensch ist als einzigartiges Geschöpf Gottes wunderbar geschaffen und besitzt eine unantastbare Würde - unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität».
Ein 21-Jähriger, der als islamistischer Gefährder galt, war den Ermittlungen zufolge während des Berliner CSD mit einem Transporter in die Menschenmenge im Tiergarten gefahren. Anschließend soll er Menschen mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Eine Frau wurde bei dem Anschlag getötet, 29 Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau tödlich verletzt.