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Am 13. September können die Menschen in Niedersachsen entscheiden, wer in den kommenden fünf Jahren ihre Geschicke lenken wird. Die Kirchen und die Diakonie als evangelischer Sozialverband appellieren an die Menschen, ihr Wahlrecht zu nutzen.

Hannover (epd). Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen und ihre Diakonie haben die Menschen im Bundesland dazu aufgerufen, sich an der Kommunalwahl am Sonntag (13. September) zu beteiligen. «Nutzen Sie Ihre Stimme», sagte Diakonie-Chef Hans-Joachim Lenke in einem Appell am Donnerstag in Hannover. «Nutzen Sie die Chance, sich einzubringen und setzen Sie bewusst Ihr Kreuz für ein gelingendes und demokratisches Zusammenleben.»

Bei der Kommunalwahl könnten alle Wählerinnen und Wähler mitentscheiden, «wie wir vor Ort zusammenleben wollen», sagte Lenke, der auch Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ist. Es gehe darum «welche Werte und Prioritäten unsere Gesellschaft prägen sollen.» Demokratie lebe von Engagement und Beteiligung, betonte er: «Sie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss immer wieder aufs Neue verteidigt und gestärkt werden.»

Die Diakonie setze sich für eine demokratische, offene, vielfältige und pluralistische Gesellschaft ein, unterstrich Lenke: «Wir sind davon überzeugt, dass Ausgrenzung, Polarisierung oder Extremismus Angst erzeugen und eine Gesellschaft und deren Miteinander schwächen werden», sagte er unter anderem mit Blick auf die zurückliegende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD die weitaus meisten Stimmen geholt hatte.

Für die evangelischen Kirchen in Niedersachsen hatte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister bereits am Dienstag an die Menschen appelliert, bei der Wahl ihre Stimme abzugeben. Eine Kommunalwahl bedeute, «dass Demokratie am Ursprung gelebt wird - in der Nachbarschaft, im Dorf, im Quartier, im Kiez, im Stadtteil», sagte er.

Kernpunkte einer lebendigen Demokratie seien Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt. Diese Werte seien zugleich Kernpunkte des christlichen Glaubens. Sie müssten heute wieder stark gemacht werden, damit die Demokratie ihrem Ursprung treu bleibe.

«Demokratie ist das große Wagnis, eine Gesellschaft zu formieren unter dem Begriff der Freiheit», betonte Meister. Aktuell gebe es jedoch zersetzende Kräfte, «die diesen Freiheitsbegriff zerstören, indem sie Menschen ausschließen, degradieren, entwürdigen», kritisierte der Bischof.