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Am 20. März ist der Tag der Alleinerziehenden. Laut einer Umfrage sind sie psychisch deutlich stärker belastet als Paarfamilien.

Hannover (epd). Alleinerziehende stehen laut einer Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) unter massivem Druck. Die Studie zeige bei ihnen eine deutlich höhere psychische Belastung als bei Paarfamilien, teilte die Kasse am Mittwoch in Hannover mit. Während sich 61 Prozent der Alleinerziehenden durch ihre Situation überfordert fühlen, sind dies bei Elternpaaren nur 31 Prozent.

Auch finanzielle Sorgen oder Angst vor sozialem Abstieg treffen Alleinerziehende mit 53 Prozent der Befragten den Angaben zufolge häufiger als Paare (36 Prozent). Dauerhafter Druck führt laut KKH-Umfrage häufiger zu Erschöpfung, Depressionen und Angststörungen.

Unter den Alleinerziehenden seien 73 Prozent von derartigen psychischen Folgen betroffen, bei den Paarfamilien 58 Prozent. Zudem schämten sich viele Betroffene für ihre prekäre Situation und für die Tatsache, alles allein stemmen zu müssen, hieß es weiter.

«Kommen noch weitere Faktoren hinzu, etwa Herausforderungen bei der Arbeit, ständiger Druck aufgrund von Zeitmangel oder eine konfliktreiche Beziehung zum getrennten Partner und damit verbundene Schuldgefühle gegenüber dem Nachwuchs, verdichtet sich das Stress- und Gesundheitsrisiko erheblich», erläuterte die KKH-Expertin für psychische Krankheiten, Aileen Könitz.

Vor allem Frauen seien gefährdet. Neun von zehn alleinerziehenden Elternteilen seien Mütter. Für sie sei das Armutsrisiko besonders hoch, da sie häufig die gesamte Erwerbs- und Erziehungsarbeit allein tragen müssten. In der Folge arbeiteten sie häufig in Teilzeitjobs und hätten somit ein geringeres Einkommen zur Verfügung.

Ein weiterer großer Risikofaktor für die Gesundheit sei der fehlende soziale Rückhalt, erläuterte Könitz. 28 Prozent der Alleinerziehenden fühlten sich alleingelassen. «Gerade Einsamkeit ist ein starker Treiber für psychische Instabilität.» Nicht selten entstehe daraus ein Teufelskreis: «Zu wenig Zeit für Kontaktpflege und ein fehlendes Netzwerk führen zu Einsamkeit. Einsamkeit wiederum kann die psychische Gesundheit beeinträchtigen.»