Künstlerinnen und Künstler haben das Geschehen in den Konzentrationslagern anhand von Berichten gezeichnet. Unter der Überschrift «Das Unvorstellbare zeichnen» sind ihre Arbeiten demnächst in der Gedenkstätte Esterwegen zu sehen.
Esterwegen/Kr. Emsland (epd). Die KZ-Gedenkstätte Esterwegen zeigt ab dem 17. Mai die Graphic-Novel-Ausstellung «Picturing the Unimaginable - Das Unvorstellbare zeichnen». An dem Projekt sind zehn zeitgenössische Zeichnerinnen und Zeichner aus den Niederlanden, aus Deutschland und Belgien beteiligt, wie der Landkreis Emsland am Montag mitteilte. Sie trugen Berichte aus drei ehemaligen Konzentrationslagern zusammen und zeichneten sie. Die Wanderausstellung endet am 6. Dezember.
Die Erzählungen stammen den Angaben zufolge aus den Lagern Neuengamme in Deutschland, der Kazerne Dossin in Belgien und dem Lager Westerbork in den Niederlanden. Die Kazerne Dossin und das Lager Westerbork waren Sammellager, in denen die jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Niederlande und Belgien vor der Deportation leben mussten.
Ausgangspunkt des Graphic-Novel-Projekts war laut den Organisatoren ein mehr als 80 Jahre alter Comic, der von dem niederländischen Historiker Kees Ribbens vom Amsterdamer «NIOD Institute for War, Holocaust and Genocide Studies» entdeckt wurde: Bereits 1944 habe der Künstler August M. Fröhlich in sechs Bildtafeln geschildert, was nach der Ankunft eines Deportationszuges in einem Vernichtungslager geschah.
Die brutale Darstellung von Szenen auf dem Weg in Gaskammern zeigten kein bestimmtes Lager, hieß es. Vermutlich habe Fröhlich anhand von Berichten von der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek in Polen am 23. Juli 1944 durch sowjetische Truppen gearbeitet. Sein Comic «Nazi Death Parade» sei Anfang 1945 in den USA veröffentlicht worden, als die meisten Konzentrationslager noch in vollem Betrieb waren.