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Mit Temperaturen um die 30 Grad und eitel Sonnenschein lockt der Sommer dieser Tage ins Freie. Damit der Aufenthalt an der frischen Luft ein Genuss ohne Sonnenbrand und andere Unannehmlichkeiten wird, sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Salzgitter (epd). Sommerzeit, die Sonne lacht, die Laune steigt - aber auch das Risiko. Unsichtbare UV-Strahlung ist nicht nur für Sonnenbrände verantwortlich, sondern auch für jährlich rund 350.000 neue Hautkrebsfälle in Deutschland. Damit es nicht so weit kommt, lässt sich die Gefahr mit wenigen einfachen Maßnahmen zum Sonnenschutz effektiv mildern. Die Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz erläutern, was UV-Strahlung ist, was sie schlimmstenfalls anrichten kann - und wie man ihr wirksam begegnet.

Ähnlich der Richterskala bei Erdbeben gibt der UV-Index auf einer nach oben offenen Skala an, wie hoch die UV-Strahlung am Erdboden ist - und damit auch potenzielle Belastung für Menschen. Ab Stufe 3 sprechen Experten von einer mittleren Belastung, die leichte Schutzmaßnahmen erfordert. Ab Stufe 6 gilt die Belastung als hoch, ab Stufe 8 als sehr hoch. Stufe 11 und höher gilt als extreme Belastung, die nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vereinzelt auch in Deutschland auftritt. Der UV-Index wurde von der Weltgesundheitsorganisation definiert und gilt weltweit.

Die Stärke der UV-Strahlung auf der Erdoberfläche hängt von der Jahres- und der Tageszeit ab. Im Sommer und in der Mittagszeit ist sie am höchsten. Auch der Breitengrad spielt eine Rolle: Je näher man dem Äquator kommt, desto intensiver wird die Strahlung. Bewölkung wirkt sich ebenfalls auf den UV-Index aus. Aufgelockerte Bewölkung reduziert die Strahlung nur unwesentlich, eine dichte Wolkendecke hingegen um 30 bis 70 Prozent.

Ultraviolette Strahlung ist kurzwelliges Licht, das außerhalb des vom Menschen wahrnehmbaren Spektrums liegt. Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben die UVA- sowie die energiereichere und potenziell schädlichere UVB-Strahlung. Die noch energiereichere UVC-Strahlung wird bereits in der Erdatmosphäre herausgefiltert.

Zu den Auswirkungen der UVB-Strahlung, die wohl die meisten Menschen schon am eigenen Leib erfahren haben, gehören Sonnenbräune - aber bei übermäßiger Einwirkung auch Sonnenbrand. Zudem wirkt UVB nach Angaben des BfS erbgutschädigend, was Zell-Mutationen und Krebs begünstigt. Immerhin kurbelt UVB auch die Vitamin-D-Produktion an, das wir für Immunabwehr, gesunde Muskeln und Knochen sowie mentale Leistungsfähigkeit brauchen. Allerdings sind dafür keine ausgedehnten Sonnenbäder notwendig. Lauf BfS reicht es schon, Gesicht und Arme zwei- bis dreimal in der Woche für kurze Zeit der Sonne auszusetzen.

Die an der Erdoberfläche dominierende UVA-Strahlung dringt tiefer in den menschlichen Organismus ein als UVB. Auf ihr Konto gehen nach BfS-Angaben vorzeitige Hautalterung und Pigmentveränderungen, darüber hinaus wird ein Entstehen des gefährlichen schwarzen Hautkrebs begünstigt. Auch eine Trübung der Augenlinse, der sogenannte Graue Star, sowie Schädigungen der Netzhaut, können durch intensive UVA-Strahlung verursacht werden.

Bereits ab einem UV-Index von 3 - das entspricht etwa einem sonnigen Frühlings- oder Herbsttag in Norddeutschland - sollte man sich mit einfachen Maßnahmen vor zu viel Sonne schützen. Als Mittel der Wahl empfehlen die Verbraucherzentralen Aufenthalt im Schatten und schützende Kleidung. Sonnencreme kommt erst an dritter Stelle, da sie falsch angewendet werden oder durch Nässe und Schweiß ihre Wirkung einbüßen kann.

Was für Erwachsene gilt, gilt umso mehr für Kinder: Da ihre Haut extrem empfindlich ist, sollten sie sich bis zum zweiten Lebensjahr überhaupt nicht in direkter Sonne aufhalten.

Sobald ein UV-Index von 8 oder höher erreicht wird, ist laut dem Bundesamt schützende Kleidung Pflicht - inklusive einer Kopfbedeckung, die auch die Ohren und den Nacken abschirmt. Hautareale, die der Sonne ausgesetzt sind - auch oft übersehene, aber besonders empfindliche Partien wie Nase, Ohren und Fußrücken - sollten unbedingt großzügig mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden.

Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme besagt, wie viel länger sich eine eingecremte Person gegenüber einer ungeschützten theoretisch in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Um den vielversprechenden Angaben auf den Verpackungen halbwegs nahezukommen, ist es allerdings notwendig, das Sonnenschutzmittel lückenlos und reichlich aufzutragen. Erwachsene brauchen für eine Ganzkörperanwendung nach BfS-Angaben eine Menge, die vier gehäuften Esslöffeln entspricht - weit mehr als die meisten Menschen verwenden. Richtig dosiert ist eine 200-Milliliter-Tube bereits nach etwa fünf Anwendungen leer.

Zudem sollte die Creme schon etwa 30 Minuten vor dem Gang in die Sonne aufgetragen werden, damit der Schutz rechtzeitig wirksam ist. Wichtig ist überdies, sofort nach dem Baden - oder ansonsten etwa alle zwei Stunden - nachzucremen, um die Wirkung aufrechtzuerhalten. Geschmälert wird die Wirkung auch durch das Alter der Creme. In der Regel beträgt die Haltbarkeit nach dem Öffnen nicht mehr als ein Jahr. Angebrochene Tuben aus dem Vorjahr sollten also lieber entsorgt werden.