Niedersachsen will die Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch bewahren. Darum werden Schulen, die sich um die Regionalsprachen bemühen, vom Land zertifiziert.
Aurich/Lüneburg (epd). Ab dem 4. Juni gibt es in Niedersachsen insgesamt 50 Schulen, die sich Plattdeutsche oder Saterfriesische Schule nennen dürfen. Staatssekretär Stephan Ertner aus dem niedersächsischen Kultusministerium werde in Aurich vier neue Zertifikate verleihen und weitere vier Schulen erneut auszeichnen, teilte die Pressestelle der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung am Mittwoch in Lüneburg mit.
Zertifiziert werden die Katholische Grundschule Ramsloh, die Grundschule Völlenerfehn, das Christian-Gymnasium Hermannsburg und die IGS Buxtehude. Außerdem wird Ertner den Angaben zufolge der Oberschule Uplengen die Genehmigung erteilen, das Fach Niederdeutsch als zweite Fremdsprache zu unterrichten.
Die Ehrungen würdigt den Angaben zufolge die kulturelle Vielfalt in Niedersachsen und das Engagement für die beiden Sprachen. Den Titel dürfen die ausgezeichneten Schulen fünf Jahre lang in ihrem Namen tragen, bevor sie sich neu zertifizieren lassen müssen.
Saterfriesisch wird nur noch auf einer der kleinsten Sprachinseln Europas im Landkreis Cloppenburg gesprochen. Es ist kein Platt- oder Niederdeutsch, sondern eine eigenständige Sprache. Von den rund 12.000 Einwohnern der Dörfer Ramsloh, Strücklingen, Scharrel und Sedelsberg beherrschen noch etwa 1.500 die ursprüngliche Sprache der Ostfriesen.