Zum Tag der Arbeit am 1. Mai erinnert die Landarmutskonferenz an das untere Fünftel der Gesellschaft, das angesichts steigender Lebenshaltungskosten zunehmend in Existenzängste gerate.
Hannover (epd). Mit Blick auf den Tag der Arbeit am 1. Mai hat die Landesarmutskonferenz Niedersachsen (LAK) auf wachsende Existenzängste armutsbetroffener Menschen in Deutschland hingewiesen. «Millionen von Menschen leiden unter steigenden Preisen, hohen Mieten und unsicheren Arbeitsverhältnissen. Jetzt drohen massive Kürzungen im Sozialstaat», sagte LAK-Geschäftsführer Fabian Steenken am Donnerstag in Hannover. Gesundheit, Rente und soziale Sicherungssysteme drohten ausgedünnt zu werden - «mit spürbaren Folgen für diejenigen, die ohnehin wenig haben».
Mehr als 21 Prozent der Bevölkerung, entsprechend 17,6 Millionen Menschen, seien von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht, ergänzte Steenken. Zugleich besäßen die zwei reichsten Familien in Deutschland so viel wie die gesamte untere Hälfte der Bevölkerung. «Die Zahlen machen deutlich: Armut und Reichtum sind im viertreichsten Land der Welt ein Verteilungsproblem», sagte der LAK-Geschäftsführer.
Der 1. Mai rufe dazu auf, den Reichtum gerechter zu verteilen. Deshalb fordere die LAK die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer sowie eine angemessene Besteuerung großer Erbschaften. Zudem brauche es eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlten, sowie mehr Investitionen in die materielle und soziale Infrastruktur, insbesondere in den öffentlichen Wohnungsbau, unterstrich Steenken.