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Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat zu einem entschlossenen Eintreten für Unterdrückte und Notleidende aufgerufen. Wohlhabende Kirchen müssten ihre Komfortzone verlassen und von bedrängten Gemeinden lernen.

Loccum (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat zu einem beharrlichen gesellschaftlichen und humanitären Einsatz für benachteiligte Menschen weltweit aufgerufen. «Die Suche nach Gerechtigkeit und Frieden braucht keine Flaneure, sie braucht Engagement und Einsatz», sagte er am Sonntag laut Predigttext bei der Delegiertenversammlung des Gustav-Adolf-Werkes (GAW) im Kloster Loccum. Glaube zeige sich vor allem im konkreten Handeln für Menschen, die unter Unterdrückung, Armut oder Krieg litten.

Die Partnerkirchen in repressiven oder krisengeschüttelten Regionen zeigten, welche Ausdauer und Zuversicht nötig seien, sagte Meister. Dies führe vor Augen, welche Haltung man hierzulande «in der Komfortzone als eine der reichsten Kirchen weltweit, längst verloren» habe. Unterstützung dürfe deshalb kein herablassender Dienst von Privilegierten sein, sondern müsse als partnerschaftliche Solidarität gelebt werden.

Meister warnte vor Resignation angesichts der weltweiten Krisen und rief zu einem nüchternen Pragmatismus auf. «Wir retten nicht die Welt! Wir wirken hinein in konkrete Situationen», unterstrich er. Jede gezielte Unterstützung für traumatisierte Kinder oder Notleidende in zerstörten Regionen sei ein notwendiger Protest gegen Hoffnungslosigkeit.

Christliche Initiativen müssten mutig für ein besseres Leben eintreten, auch wenn die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen widrig seien. «Unsere Energie als Christinnen und Christen entspringt einem Glauben an das Unmögliche - damit wir mit unserer Kraft das Mögliche tun», hob der Landesbischof hervor. Hoffnung bedeute kein naives Schönreden der Wirklichkeit, sondern aktiven Widerstand gegen scheinbar übermächtige Missstände.