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Die Debatte um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche reißt nicht ab. Der Landesjugendring spricht sich nun gegen strikte Verbote aus und will stattdessen die Anbieter zu solideren Schutzmaßnahmen verpflichtet sehen.

Hannover (epd). Angesichts der aktuellen politischen Debatte im Bundesrat über Nutzungsverbote und Altersgrenzen in sozialen Medien warnt der niedersächsische Landesjugendring vor zu harten Restriktionen. Es sei falsch, junge Menschen durch Verbote pauschal von der gesellschaftlichen Teilhabe im digitalen Bereich auszuschließen, teilte der Verein am Freitag in Hannover mit. Soziale Medien seien heute fester Bestandteil der Lebensrealität und wichtige Räume für politischen Austausch und gesellschaftliches Engagement.

Ein pauschales Verbot für Kinder unter 14 Jahren, wie es derzeit diskutiert werde, sehe der Landesjugendring als Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention - insbesondere gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und den Zugang zu Medien, sagte Vorstandsmitglied Kimberly Haarstik. «Kinderrechte zu wahren bedeutet nicht nur Schutz, sondern zwingend auch die Sicherstellung gesellschaftlicher Teilhabe. Wir erleben in der aktuellen Debatte, dass viel über Kinder und Jugendliche gesprochen wird, aber viel zu wenig mit ihnen.»

# Plattformen sollen in die Pflicht genommen werden

Statt die Rechte der Kinder einzuschränken, fordere der Landesjugendring daher eine konsequente Regulierung der Anbieter.
Bestehende Mechanismen wie der Digital Services Act (DSA) müssten effektiver angewandt werden. Ziel müsse eine Umgebung sein, die sicher gestaltet ist, ohne die Nutzungsrechte zu beschneiden. «Nicht die Kinder sind das Problem, sondern die Geschäftsmodelle der Plattformen.»

Der Landesjugendring Niedersachsen ist der Zusammenschluss der 19 landesweit organisierten niedersächsischen Jugendverbände. Er vertritt als Verein die Interessen von rund 80 einzelnen Jugendverbänden sowie die Interessen der jungen Menschen in Niedersachsen. Ferner unterstützt er nach eigenen Angaben das ehrenamtliche Engagement von 50.000 Jugendleiterinnen und Jugendleitern in der Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachsen.