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Die niedersächsischen Landkreise haben vor neuen Hürden bei der Integration gewarnt - besonders im ländlichen Raum drohten organisatorische und soziale Folgen: in Jobcentern, Sozialbehörden, Schulen und Kitas.

Hannover (epd). Die niedersächsischen Landkreise haben den Zulassungsstopp für Integrationskurse kritisiert. «Wir befürchten mehr Hürden bei der Integration, große Probleme bei der Organisation der Sprachkurse, besonders im ländlichen Raum, und ein falsches integrationspolitisches Signal», sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistags, Joachim Schwind in Hannover. Dass der Bund einen bedeutsamen Bereich der Integration gefährde, sei nicht zu verstehen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte den Trägern von Integrationskursen vor wenigen Wochen mitgeteilt, dass «bis auf Weiteres» keine Teilnehmer mehr zugelassen werden, für die der Kurs nicht verpflichtend ist. Das betrifft Asylbewerber im Verfahren, Geduldete, Migranten aus der EU sowie Flüchtlinge aus der Ukraine. Die Entscheidung sorgt seit ihrer Bekanntgabe für heftige Kritik.

Schwind betonte, eine unzureichende Sprachförderung beeinträchtige die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bewirke höhere kommunale Ausgaben für die sozialen Sicherungssysteme. «Das ist kurzsichtig, die Folgen spüren wir vor Ort in den Jobcentern und Sozialbehörden, in den Schulen und Kitas.»

Insgesamt könnten die Integrationskurse besser von den Ländern gesteuert werden, forderte Schwind. «Sie kennen die Bedarfe und sind näher dran an den Leistungserbringern, wie beispielsweise den Volkshochschulen.» Der Bund müsse daher die vorhandenen Mittel vollständig übertragen.