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Klimaschutz braucht Menschen, die ihn engagiert gestalten und voranbringen. Maren Köhne ist eine davon. Seit dem 15. April 2026 verstärkt sie das Team der Arbeitsstelle für Umweltfragen und Klimaschutz.

Die studierte Wirtschaftspädagogin mit dem Schwerpunkt auf Bildung für nachhaltige Entwicklung war zuletzt als Koordinatorin und Pädagogin in einer Umweltschutzorganisation in Bremen tätig. Künftig übernimmt sie die neu geschaffene Projektstelle im Bereich Klimaschutzkoordination in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. 70 Prozent der Personalkosten der auf vier Jahre befristeten Stelle werden durch Fördergelder finanziert. Wir freuen uns sehr über die Verstärkung unseres Teams. Damit Sie unsere neue Kollegin besser kennenlernen können, haben wir ihr einige Fragen gestellt.

 

Was hat dich dazu bewogen dich auf diese Stelle zu bewerben?

An der Position hat mich besonders das vielseitige Aufgabenfeld angesprochen. Es verbindet mein Engagement für klimaschutzrelevante Themen, meine Expertise im Bildungsbereich sowie meine Freude am Organisieren und Koordinieren!

 

Klimaschutz und Kirche, wie hängt das für dich zusammen?

Für mich hängen Kirche und Klimaschutz auf mehreren Ebenen eng zusammen. Zum einen ist die Kirche selbst Emittentin von Treibhausgasen – insbesondere durch die Vielzahl an Gebäuden, aber auch in Bereichen wie Mobilität, Beschaffung oder Verpflegung. Hieraus ergibt sich für mich eine klare Verantwortung. Im Umkehrschluss verfügt sie damit aber auch über ein enormes Potenzial, die angestrebte Klimaneutralität in Deutschland mit voranzubringen. Hinzu kommt ihre prägende Rolle dabei, Klimaschutz auch gesellschaftlich zu verankern. Aufgrund der breiten Präsenz in Gemeinden, Kitas, Schulen und sozialen Einrichtungen können Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und Altersgruppen erreicht werden. Auf diese Weise kann die Kirche wichtige Impulse für gesellschaftliche Veränderungen setzen und eine wegweisende Funktion für gelebten Klimaschutz einnehmen.

 

Was nimmst du dir für die erste Zeit in der Arbeitsstelle vor?

In der Anfangszeit möchte ich mir vor allem einen guten Überblick über das Projekt, die damit verbundenen Anforderungen und die bestehenden strukturellen Rahmenbedingungen in der oldenburgischen Kirche verschaffen. Gleichzeitig freue ich mich darauf, kreativ zu werden und mich mit Fragen zur weiteren Ausgestaltung der kirchlichen Klimaschutzprozesse zu beschäftigen. Wichtig ist mir dabei auch, die Menschen kennenzulernen, die hinter diesen Themen und Prozessen stehen, und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Eine schöne erste Gelegenheit dafür bietet für mich die Frühjahrssynode am 28. Mai. Dort darf ich gemeinsam mit meinen Teamkolleg*innen unsere Arbeitsstelle vorstellen und habe zugleich die Möglichkeit, Vertreter*innen aus Kirchenkreisen, Werken, Einrichtungen und weiteren Arbeitsbereichen persönlich kennenzulernen.

 

Was möchtest du in deiner Rolle als Klimaschutzkoordinatorin bewegen?

Mein Wunsch ist es, aktiv an einem kirchenweiten Klimaschutznetzwerk mitzuwirken, das langfristig strukturell verankert ist und in dem die vielen landeskirchlichen Organisationseinheiten zusammengebracht werden. Dabei sehe ich großes Potenzial darin, unterschiedliche Elemente wirkungsvoll ineinandergreifen zu lassen: Zum einen ein Wissensmanagement, in dem Informationen, Hilfestellungen und Erfahrungswerte gebündelt abrufbar sind. Zum anderen finde ich es wichtig, den wechselseitigen Austausch zwischen unserer Arbeitsstelle, den diversen kirchlichen Einrichtungen sowie externen Klimaschutzakteur*innen zu stärken. Daraus kann aus meiner Sicht viel entstehen: Ein partizipatives Netzwerk eröffnet Raum für Impulse, Inspirationen, und gegenseitiges Lernen, während gleichzeitig Multiplikationseffekte angestoßen werden. 

Darüber hinaus kann sich daraus ein organisationsübergreifendes Gemeinschaftsgefüge weiterentwickeln, das Menschen und Einrichtungen miteinander in Verbindung bringt, Begeisterung für gemeinsames Handeln stärkt und neue Dynamiken im Klimaschutz in Bewegung setzt.

 

Was würdest du jemandem sagen, der denkt: „Was soll ich als Einzelperson schon bewirken?"

An dieser Stelle zitiere ich gerne die Transformationsforscherin Maja Göpel, die auf diese Frage eine sehr passende Antwort findet: „Wer glaubt, [die eigene Person] sei zu unbedeutend, um etwas zu verändern, irrt. [Veränderung] beginnt oft genau dort – bei einem einzigen Menschen, der vorausgeht oder einfach sitzen bleibt. So [war es] 1955 [ bei] Rosa Parks [oder auch] 2018 bei Greta Thunberg. Ein scheinbar kleiner Akt einer einzelnen Person entwickelte große Wirkung.“

Ähnliches lässt sich auch auf die Landeskirche in Oldenburg übertragen: Es passiert bereits unglaublich viel – in den Gemeinden, Einrichtungen und bei engagierten Einzelpersonen, im Kleinen wie im Großen. Ich freue mich darauf, in meiner Arbeit genau dort anzusetzen: Vorhandene Aktivitäten und Erfahrungen transparent zu machen, Menschen miteinander zu vernetzen und Räume für gegenseitige Inspiration zu schaffen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, Wissen und Kompetenzen dort zu stärken, wo Unterstützung gebraucht wird, um neue Projekte und Initiativen anzustoßen. Und so schließt sich für mich der Kreis: Wenn Engagement sichtbar wird und Einzelne ihre Begeisterung in die Gemeinschaft tragen, beginnt es, Kreise zu ziehen – und aus individuellem Handeln kann eine kollektive Bewegung entstehen. Ganz im Sinne der Soziologin Ilona Otto, die sagt: „Soziales Verhalten kann ansteckend sein!“

 

Infotext zur Arbeitsstelle

Die Arbeitsstelle für Umweltfragen und Klimaschutz ist die zentrale Anlaufstelle rund um die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Sie unterstützt Kirchengemeinden, Kirchenkreise und kirchliche Einrichtungen mit Informationen und Veranstaltungen.

Zu ihren Aufgaben gehört die Vernetzung kirchlicher Akteur*innen, die Aufarbeitung und Weitergabe von Informationen und Fördermöglichkeiten sowie die Verankerung von Themen wie Mobilität, Beschaffung, Energie und Ernährung.
Neben digitalen Angeboten sind die Mitarbeitenden der Arbeitsstelle auch persönlich bei Beratungen und Veranstaltungen vor Ort. 

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Maren Köhne, Klimaschutzkoordinatorin in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg