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Weltweit leisten Frauen einen wichtigen Beitrag in der Landwirtschaft. Doch, wenn es um Eigentum an den Flächen geht, sind sie unterrepräsentiert - in Deutschland und noch mehr in afrikanischen Ländern.

Hannover (epd). Die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft werden nach Ansicht von Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne) gesellschaftlich noch immer nicht genug gewürdigt. «Frauen sind Managerinnen auf den Höfen», sagte Staudte am Freitagabend in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover. Oft seien sie es, die Innovationen vorantrieben und dafür sorgten, dass sich Betriebe breiter aufstellten.

«Frauen müssen gleichberechtigt Zugang zu Land, Kapital, Förderung und Wissen haben und an Entscheidungen beteiligt sein», betonte die Ministerin bei einem Podiumsgespräch mit Landwirtinnen aus Kenia und Tunesien. «Das ist eine Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.» Weltweit sind nach Angaben des Ministeriums rund 38 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft Frauen. Gleichzeitig stellten sie nur weniger als 15 Prozent der Landbesitzenden, verwies das Ministerium auf Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

In Kenia übernähmen die Frauen sogar fast 80 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeit, erläuterte die Landwirtin und Programmkoordinatorin eines Projektes des Lutherischen Weltbundes, Mary Obara. Sie arbeiteten täglich im Durchschnitt rund 13 Stunden auf dem Feld und für die Familie. «Das hält die Gesellschaft in Kenia zusammen», betonte Obara. Gleichzeitig sei der Großteil der Ländereien im Besitz von Männern. «Männer erben das Land, wissen aber nicht, wie es bewirtschaftet wird.»

Ähnlich ist die Situation nach den Worten der Kleinbäuerin und Agraringenieurin Souad Mahmoud auch in Tunesien. «Wir haben eine Trennung zwischen Arbeit und Macht», unterstrich sie. Ohne Landbesitz bekämen Frauen auch keine Kredite und könnten nicht investieren. «Ernährungssouveränität kann nicht auf Ausbeutung von Frauen aufgebaut werden.»

Auch in Deutschland gebe es Handlungsbedarf, erläuterte Staudte. Untersuchungen zeigten, dass lediglich 24 Prozent der Frauen, die in der Landwirtschaft arbeiten, einen Teil oder das gesamte Eigentum an Flächen und Gebäuden besäßen. Nur rund elf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe würden von Frauen geleitet. Niedersachsen wolle deshalb unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Betriebsführung sowie die soziale Absicherung selbstständiger Unternehmerinnen voranbringen.

Zu der Veranstaltung hatte das Agrarministerium gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und dem Landesfrauenrat eingeladen. Anlass war das von den Vereinten Nationen für 2026 ausgerufene «Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft».