Vor zwei Jahren rief ein Münchner Verein den Tag der Solidarität mit Juden und Israel ins Leben. Anlass war auch der Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023. Niedersachsens Landesregierung unterstützt den Aktionstag.
Hannover (epd). Anlässlich des dritten Tages der Solidarität mit Juden und Israel hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zu einem entschiedenen Vorgehen gegen Antisemitismus und Judenhass aufgerufen. «Die zunehmenden antisemitischen Vorfälle und die Bedrohung jüdischen Lebens erfüllen uns mit großer Sorge», sagte Lies am Freitag in Hannover. Jüdinnen und Juden müssten überall in Deutschland sicher und ohne Angst leben können. Der Aktionstag wird bundesweit am 10. Juli begangen.
Antisemitismus dürfe in Niedersachsen und in Deutschland keinen Platz haben, betonte Lies. Dafür trete die Landesregierung ein. «Wer Menschen aufgrund ihres jüdischen Glaubens oder ihrer Herkunft anfeindet oder ausgrenzt, greift die Werte an, auf denen unser demokratisches Zusammenleben beruht», unterstrich der Ministerpräsident.
Neue Höchststände
Dokumentationsstellen hatten im Juni gemeldet, dass die Zahl der Fälle von Antisemitismus und Judenhass 2025 in ganz Deutschland auf neue Höchststände gestiegen war. In Niedersachsen wurden insgesamt 672 Fälle verzeichnet. Gemeldet wurden Angriffe, Bedrohungen und Sachbeschädigungen.
Der Tag der Solidarität mit Juden und Israel wurde 2024 vom Verein «Demokratie und Information» mit Sitz in München ausgerufen. Er wird von rund 150 Organisationen und Stiftungen unterstützt, darunter die Konrad-Adenauer-Stiftung, der Deutsche Lehrerverband und mehrere Landesregierungen. Die Initiatoren rufen Bürger und Institutionen dazu auf, sich an diesem Tag mit «Schalom» zu begrüßen, einen Davidsstern zu tragen oder eine Israel-Fahne aus dem Fenster zu hängen.
Theaterstück für Toleranz
Der Termin erinnert an die erste Theateraufführung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg am 10. Juli 1945. In Dresden wurde damals das Drama «Nathan der Weise» von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) gespielt, ein Stück für religiöse Toleranz. Schirmherrin des Tages ist die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.
Internet: www.stk.niedersachsen.de
Zum Tag der Solidarität mit Juden und Israel: www.dein-ak.com und https://s.epd.de/3w4j