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Niedersachsens größter Wohlfahrtsverband, die Diakonie, bekommt im nächsten Jahr einen neuen Vorstandssprecher. Der 58-jährige Rainer Müller-Brandes leitete bislang den Kirchenkreis Hannover und gilt als ausgewiesener Experte für Sozialpolitik.

Hannover (epd). Der Theologe Rainer Müller-Brandes wird neuer Vorstandssprecher des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Der 58-Jährige übernimmt am 15. März 2027 die Nachfolge von Hans-Joachim Lenke, der Ende des laufenden Jahres in den Ruhestand geht, wie die hannoversche Landeskirche und die Diakonie am Donnerstag in Hannover mitteilten. Bisher leitete Müller-Brandes seit 2020 als Stadtsuperintendent den Kirchenkreis Hannover.

Müller-Brandes wird zugleich Mitglied im Kollegium des Landeskirchenamtes in Hannover. Dort wird er die Abteilung für Diakonie und Kindertagesstätten leiten. Der Aufsichtsrat der Diakonie hatte ihn am Mittwoch in das Amt gewählt. Zusammen mit Marion Timm wird er künftig den Vorstand des größten Wohlfahrtsverbands in Niedersachsen bilden.

«Mit Rainer Müller-Brandes gewinnen wir einen erfahrenen Netzwerker und besonnenen Theologen, der als Diakonie-Pastor in Hannover mit eigenen Augen erfahren konnte, welche Bedeutung diakonische Kirche für Menschen in ganz verschiedenen Lebenssituationen hat», sagte Landesbischof Ralf Meister: «Als Stadtsuperintendent schärfte er seine Kompetenzen für die strukturellen Herausforderungen, vor denen Kirche und kirchlich getragene Einrichtungen stehen.»

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Diakonie in Niedersachsen, Thomas Hofer aus Wolfenbüttel, bezeichnete den künftigen Vorstandssprecher als ausgewiesenen Diakonie-Experten, der sich in sozialpolitischen Themen bestens auskenne: «In einer Zeit, in der der Sozialstaat zunehmend unter Druck gerät, ist Rainer Müller-Brandes ein echter Gewinn für die Anliegen der Mitglieder der Diakonie in Niedersachsen wie auch für die Menschen, die Hilfe und Unterstützung in unseren über 3.000 Einrichtungen suchen.»

Müller-Brandes selbst sagte, er freue sich sehr auf seine neue Aufgabe. «Ich wünsche mir, dass Kirche und Diakonie noch enger zusammenarbeiten», sagte er mit Blick auf seinen Amtsantritt: «Die großen gesellschaftlichen Aufgaben von der Pflege über die Einsamkeit bis hin zur Sprachkompetenz von Kindern können wir nur beantworten, wenn wir unsere Kräfte bündeln.» Zudem brauche die Diakonie eine verlässliche Refinanzierung für ihre rund 89.000 Mitarbeitenden: «Sie sind für ein gutes Zusammenleben in unserem Bundesland unverzichtbar.»

Müller-Brandes wurde 1968 in Lüneburg geboren und legte sein Abitur in Gehrden bei Hannover ab. Danach studierte er Theologie in Bielefeld-Bethel, Marburg und Münster. In Steyerberg bei Nienburg wurde er zum Pastor ordiniert. Später arbeitete er als Referent für Diakonie im Landeskirchenamt, als Gemeindepastor in Burgdorf bei Hannover und von 2012 an als Diakoniepastor in Hannover.

Im Oktober 2020 übernahm er die Leitung des Kirchenkreises Hannovers, der mit rund 150.000 Mitglieder in 57 Gemeinden bei weitem der größte Kirchenkreis der hannoverschen Landeskirche ist. Müller-Brandes gehört zu den Herausgebern des Straßenmagazins «Asphalt».

Der Diakonie in Niedersachsen sind rund 3.000 Einrichtungen aus sozialen, pflegerischen und beratenden Arbeitsfeldern angeschlossen. Dazu gehören unter anderem die Kranken- und Altenhilfe, die Kinder- und Jugendhilfe, Hilfen für Menschen mit Behinderung, die Wohnungslosenhilfe und die Suchthilfe.