Das vor zehn Jahren eröffnete Museum Friedland hat eine neue Sonderausstellung eröffnet. Gezeigt werden Foto-Porträts von Geflüchteten aus niedersächsischen Aufnahmelagern.
Friedland/Kr. Göttingen (epd). Im Museum Friedland ist am Sonntag das Fotoprojekt «Lifelines» des Kasseler Künstlers Stephan Haberzettl eröffnet worden. Es entstand nach Angaben des Museums aus Begegnungen mit Menschen auf der Flucht. In den niedersächsischen Aufnahmeeinrichtungen Friedland, Oldenburg und Bramsche hätten sich insgesamt 130 Bewohnerinnen und Bewohner fotografieren lassen und Fragen über Hoffnung, Erinnerung und Neubeginn beantwortet.
Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien wurden auf Leinen gedruckt, zugeschnitten und von Frauen mit eigener Migrationserfahrung in Kassel zusammengenäht. So sei ein gemeinsames Gewebe aus Bildern und Erinnerungen gewachsen, hieß es: «Jedes Porträt steht für einen individuellen Lebensweg. Jede Naht ist eine Begegnung.»
Im Anschluss an die Vernissage ludt Haberzettl die Besucher zu einem Fotoworkshop ein. Menschen aus der Region und aus dem Grenzdurchgangslager sollten mit Einwegkameras «ihr Friedland» fotografieren. Eine Auswahl der so entstandenen Bilder soll später die Ausstellung erweitern.
Das Museum Friedland, das in einer Dauerausstellung die Geschichte des benachbarten Grenzdurchgangslagers dokumentiert, besteht seit zehn Jahren. Im Herbst soll ein zweites Museumsgebäude eröffnet werden. Es setzt in einer weiteren Dauerausstellung den Schwerpunkt auf die jüngere Geschichte und Gegenwart von Flucht und Migration nach Deutschland.