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Im Wattenmeer beginnt die Geburtszeit der Seehunde. Wer Jungtiere entdeckt, soll Abstand halten, mahnen die Nationalparkverwaltungen, da ihre Mutter sie sonst verlassen könnte.

Hamburg/Wilhelmshaven/Tönning (epd). Zu Beginn der Seehunde-Geburten im Wattenmeer warnen die Nationalparks vor Störungen durch Menschen. Wer ein Jungtier am Strand oder auf einer Sandbank entdeckt, solle unbedingt Abstand halten, es nicht anfassen und keinesfalls mitnehmen, mahnten die Nationalparkverwaltungen Hamburgisches, Schleswig-Holsteinisches und Niedersächsisches Wattenmeer am Freitag gemeinsam. Schon menschliche Nähe könne dazu führen, dass das Muttertier nicht zurückkehrt und das Jungtier zum hilfsbedürftigen «Heuler» wird.

Die Hauptgeburtszeit der Seehunde liegt zwischen Anfang Juni und Mittel Juli, wobei im deutschen Wattenmeer laut den Angaben jedes Jahr mehr als 7.000 Seehunde geboren werden. Einige Hundert der Jungtiere werden mutterlos gefunden und in den Seehundstationen Friedrichskoog und Norddeich aufgezogen, bevor sie wieder ausgewildert werden.

Als «Heuler» werden junge Seehunde bezeichnet, die den ersten Lebenstagen bis zu einem Alter von vier bis sechs Wochen dauerhaft von ihrer Mutter getrennt sind. Die Tiere rufen dann mit klagenden Kontaktlauten nach dem Muttertier. Ursache für solche Trennungen können laut den Nationalparkverwaltungen etwa Sommerstürme, Krankheit, der Tod der Mutter sein oder auch Störungen durch Menschen sein.

Eine allein liegende Robbe sei nicht automatisch hilfsbedürftig, hieß es weiter. Ob ein Jungtier tatsächlich Unterstützung brauche, könnten nur erfahrene Fachleute beurteilen. Wer eine junge Robbe entdeckt, solle nach Möglichkeit 300 Meter Abstand halten, ruhig bleiben, Hunde anleinen und den Weg zum Wasser freihalten. Das Tier solle am Fundort bleiben, damit die Mutter es wiederfinden könne. In Niedersachsen nimmt die Seehundstation Nationalpark-Haus Norddeich Meldungen entgegen.