Es ist das größte Digitalisierungsprojekt, das es in Niedersachsen je gab: Alle Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse sollen ab Herbst ein Tablet oder Notebook erhalten. Die Kultusministerin spricht von einem «Quantensprung».
Hannover (epd). Die Digitalisierung von Niedersachsens Schulen nimmt Gestalt an. Am Donnerstag wurde ein Web-Shop freigeschaltet, in dem Schulen Tablets und Notebooks bestellen können, wie das Kultusministerium am Freitag in Hannover mitteilte. Demnach sollen in einem ersten Schritt Lehrkräfte aller Schulformen und Schüler der 7. Klasse im kommenden Schuljahr digitale Endgeräte erhalten.
Hierfür werden 160.000 Geräte bereitgestellt. Zur Wahl stehen Tablets und Notebooks mit Betriebssystemen der Firmen Apple, Microsoft und Google. Bis 2031 sollen weitere Jahrgänge jeweils jährlich aufsteigend ausgestattet werden. Für diesen Zeitraum stellt das Land den Angaben zufolge insgesamt 800 Millionen Euro bereit. Es handle sich um das bislang größte Digitalisierungsprojekt des Landes.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) nannte die Bereitstellung der Geräte einen «Quantensprung». Niedersachsen gehe damit auch im Bundesvergleich bei der Digitalisierung der Schulen voran. Lehrkräfte und Schulleitungen erhielten zugleich umfangreiche Handreichungen zur Administration, Einrichtung und pädagogischen Nutzung an die Hand.
Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag, Kirsikka Lansmann, begrüßte den Schritt. Die Digitalisierung der Schulen stärke die Chancengleichheit und schaffe «moderne Voraussetzungen für guten Unterricht». Gute Ausstattung allein reiche allerdings nicht. «Wir müssen die digitalen Möglichkeiten auch gezielt im Unterricht nutzen und weiterhin die Medienkompetenz stärken.»