Zu Ostern steigt der Konsum von Eiern stark an - doch Herkunft und Haltung bleiben oft im Dunkeln. Verbraucherschützer raten dazu, vor allem bei verarbeiteten Produkten aufmerksam einzukaufen.
Bremen/Oldenburg (epd). Zu Ostern werden unzählige Eier gekauft und gefärbt. Verbraucherschützer geben dabei wichtige Hinweise, damit sich diese lange halten und beim Kochen heil bleiben.
# Eiercode beachten
Der Code der Erzeuger hilft dabei, die Herkunft der Eier nachzuvollziehen. Die erste Ziffer zeigt die Haltungsform der Henne an: Die 0 steht für ökologische Erzeugung, eine 1 für Hennen in Freilandhaltung, eine 2 für Bodenhaltung und die 3 für Käfighaltung. Da letztere seit diesem Jahr in Deutschland verboten ist, ist Ziffer 3 nicht mehr auf Eiern zu finden. «Wer zu deutschen Schaleneiern greift, kann sich sicher sein, dass sie mindestens aus Bodenhaltung stammen», sagt Ernährungsberaterin Katja Quantius von der Verbraucherzentrale Bremen.
# Lücke bei verarbeiteten Lebensmitteln und gefärbten Eiern
Eine Lücke gibt es den Verbraucherschützern jedoch bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Backwaren, Desserts, Mayonnaise, Eiscreme oder Fertiggerichte. Hier müssen Hersteller nicht angeben, welche Eier verwendet wurden. Das gelte auch für die an Ostern besonders beliebten gefärbten Eier. Gerade bei verarbeiteten Lebensmitteln haben Verbraucherinnen und Verbraucher kaum eine Möglichkeit nachzuvollziehen, woher enthaltene Eier stammen", sagt Quantius.
# Hamstern von Eiern nicht nötig
Der Eierverbrauch sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, hieß es von den Verbraucherschützern. Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft verzehrten die Menschen in Deutschland durchschnittlich 252 Eier, das seien etwa fünf Eier pro Woche. Insbesondere zu Ostern steige der Konsum stark an. Obwohl Geflügelkrankheiten das Angebot an Eiern phasenweise reduzieren, sei das Hamstern von Eiern nicht nötig.
# Eier richtig lagern
Eier sollten möglichst frisch gekauft werden, rät das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Bis zum Verzehr sollten sie kühl und dunkel gelagert werden, am besten im Kühlschrank. Auf das Waschen sollte man grundsätzlich verzichten, weil dadurch die Schutzschicht auf der Eierschale entfernt werde und Keime ins Ei eindringen können. Auch sollten sie nicht direkt neben stark riechenden Lebensmitteln gelagert werden, denn rohe Eier nehmen den Geruch über die Poren der Schale auf. Wer jetzt frische Eier kauft, kann sicher sein, dass sie bis Ostern halten, denn das Mindesthaltbarkeitsdatum beträgt 28 Tage. Das Eiweiß, das beim Eierausblasen übrig bleibt, lässt sich bei -18 Grad einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt verwerten.
# Lange Haltbarkeit für gefärbte Eier
Beim Eierfärben beachten: Hartgekochte Eier, die nicht mit kaltem Wasser abgeschreckt werden, halten in der Regel bis zu vier Wochen. Durch das Abschreckwasser können laut Verbraucherschützern Bakterien durch feinste Schalenrisse ins Innere gelangen. Die Experten schlagen zudem vor, die Eier vor dem Kochen am stumpfen Ende anzustechen. Nach dem Anfassen von rohen Eiern sollten außerdem die Hände gewaschen werden, um die Übertragung von Salmonellen zu verhindern. Auch beim Auspusten der Eier sollte Vorsicht walten, denn auch dabei kann es zu einer Salmonelleninfektion kommen.
# Produktion in Deutschland leicht gestiegen
Obwohl die Tierbestände sinken, ist die Produktion von Eiern in Deutschland den Angaben zufolge leicht gestiegen. Etwa 15,3 Milliarden Eier werden in Deutschland gelegt. Die heimische Produktion reiche allerdings nicht aus, um den Bedarf zu decken, teilten die Verbraucherschützer mit. Rund 28 Prozent der in Deutschland verbrauchten Eier werden importiert.
Ein Beitrag von Charlotte Morgenthal (epd).