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Bei der Pflege des Familiengrabes hat ein Mann vor elf Jahren eine Münze aus dem 15. Jahrhundert gefunden. Nun hat er das «Krummschwanz» genannte Geldstück den Archäologen der Ostfriesischen Landschaft überlassen.

Aurich (epd). Das archäologische Forschungsinstitut der Ostfriesischen Landschaft hat eine ostfriesische Silbermünze aus dem Jahr 1491 erhalten. Der «halbe Krummsteert» - hochdeutsch «Krummschwanz» - wurde 2015 von Wilfried Ottersberg aus Timmel bei der Pflege des Familiengrabes gefunden, wie ein Sprecher der Kulturbehörde am Donnerstag in Aurich mitteilte. Die Münze habe nur einen Meter von der Kirchenmauer entfernt im Boden gelegen.

Der Name «Krummsteert» stammt laut den Experten von einer flämischen Münze, auf der ein Löwe mit einem sehr krummen Schwanz abgebildet war. Die Grafen der Familie Cirksena ersetzten die Löwendarstellung durch ihre Harpyie. Die in Emden geprägte Münze hat einen Durchmesser von 24 Millimetern und wiegt knapp 1,5 Gramm. Sie trägt die Inschriften «Edzard, Graf von Ostfriesland» und auf der Rückseite «Schenke uns Frieden, Herr, in unseren Tagen», sowie das Prägejahr 1491.

Wie die Münze in den Boden des Friedhofs gelangte, ist unbekannt. Denkbar sei, dass jemand das Geldstück in oder vor der alten Kirche aus dem 13. Jahrhundert verloren habe. Die wurde bei der Weihnachtsflut 1717 jedoch so stark beschädigt, dass 1736 die heutige Kirche als Ersatz gebaut wurde. Möglich sei auch, dass sich die Münze in der Tasche einer beerdigten Person befand und sich über die Jahrhunderte durch Erdbewegungen wieder an die Oberfläche bewegte.