Zum Hauptinhalt springen

Igor Levit sucht als Künstler immer wieder neue Wege, um klassische Musik an ein junges Publikum zu vermitteln. Dafür nutzt er gern die sozialen Medien. Seit langem kämpft er zudem gegen Judenhass. Jetzt darf er sich Ehrendoktor nennen.

Osnabrück/Hannover (epd). Der Pianist Igor Levit ist mit der Ehrendoktorwürde der Universität Osnabrück ausgezeichnet worden.

Damit darf der 39-jährige Künstler künftig den akademischen Titel Dr. h. c. tragen, wie die Universität am Wochenende mitteilte. Levit sei einer der profiliertesten deutschen Künstler der Gegenwart, hieß es. Für seine außergewöhnliche künstlerische Exzellenz, seine neuen Ansätze der Musikvermittlung sowie seinen unermüdlichen Einsatz für Humanität, Toleranz und Demokratie habe er nun den Ehrendoktortitel erhalten.

«Igor Levit ist wegweisend in der Entwicklung neuer, innovativer Zugangswege zur klassischen Musik im digitalen Zeitalter», sagte Professor Christoph Louven vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik. «Mit seinen vielfältigen Aktivitäten im Netz zeigt er, wie auf spannende und innovative Weise die Vermittlung der kulturellen Tradition an die Generation der Digital Natives gelingen kann.»

Levit, der aus einer jüdischen Familie stammt, wurde 1987 im russischen Gorki (jetzt Nischni Nowgorod) in der damaligen Sowjetunion geboren. Bereits mit drei Jahren erhielt er von seiner Mutter, einer habilitierten Musikpädagogin, den ersten Klavier-Unterricht. Mit sechs Jahren gab er sein erstes Konzert.

Im Alter von acht Jahren siedelte Levit mit seiner Familie als Kontingent-Flüchtling nach Hannover über. Bereits mit 13 Jahren begann er ein Studium für musikalisch Hochbegabte an der dortigen Hochschule für Musik, Theater und Medien. 2019 übernahm er dort eine Professur. Privat lebt Levit heute in Berlin.

Einem breiten Publikum wurde der vielfach ausgezeichnete Künstler abseits der Konzertsäle während der Corona-Pandemie bekannt: Seine mehr als 50 «Hauskonzerte» wurden während der Lockdowns über die sozialen Medien übertragen und von Millionen von Menschen verfolgt. Daneben bezieht Levit immer wieder Stellung gegen Antisemitismus und Ausgrenzung. Dafür erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den Deutschen Nationalpreis.