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Die Evangelisch-reformierte Kirche widmet ihren Politischen Reformationstag in diesem Jahr der Friedensethik in Kriegszeiten. In Leer diskutieren dazu am 29. Oktober Vertreter aus Politik, Bundeswehr und Kirche.

Leer (epd). Die Friedensethik in Zeiten militärischer Konflikte steht im Mittelpunkt des diesjährigen Politischen Reformationstags der Evangelisch-reformierten Kirche am 29. Oktober in Leer. Unter dem Titel «Panzer statt Pazifismus? - Wie die Friedensfrage Deutschland und die Kirchen herausfordert!» diskutieren Gäste aus Politik, Bundeswehr, Kirche und Jugend, wie ein Kirchensprecher in Leer mitteilte. Der Politische Reformationstag beginnt um 18.30 Uhr in der Großen Kirche in Leer.

Die Folgen kriegerischer Konflikte würden für die Menschen immer spürbarer, sagte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden. «Als Theologin stellt sich für mich die Frage: Muss die Kirche ihre friedensethische Position stärker zum Ausdruck bringen?» Gleichzeitig gelte aber auch: «Wir müssen verteidigungsfähig sein, aber nicht kriegstüchtig.» In Ostfriesland würden angesichts der aktuellen Diskussionen über die Umwandlung des VW-Werkes in eine Fabrik für Rüstungsgüter oder einen Kriegshafen in Emden Erinnerungen an 1944 und 1945 wach. Die historische Altstadt von Emden wurde bei einem Bombenangriff am 6. September 1944 fast vollständig zerstört.

Auf dem Podium debattieren den Angaben zufolge unter anderem die stellvertretende SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Siemtje Möller und der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer. Außerdem beteiligen sich Oberstarzt Mascha-Christine Groß vom Kommando Schnelle Einsatzkräfte Leer, Marius Blümel vom evangelischen Hilfswerk «Brot für die Welt» sowie Vertreter der Evangelisch-reformierten Jugend an der Diskussion.