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„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“

Unter dem Motto „7 Wochen ohne Härte“ steht in diesem Jahr die bundesweite Fastenaktion der evangelischen Kirche. Jede Woche beleuchtet einen anderen Aspekt. Im NDR-Radiogottesdienst am 1. März aus Bad Zwischenahn ging es um das Thema „Weite“. Ausgangspunkt war ein Vers aus Psalm 31: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Was bedeutet Weite - nicht nur in der Landschaft, sondern im Herzen? Gerade im Alltag erleben viele Menschen das Gegenteil: Situationen, in denen es innerlich eng wird, das Denken sich verhärtet oder Gefühle keinen Raum mehr finden. Zwei persönliche Statements von Lektorin Sabine Lüttmann und Pfarrerin Sandra Hollatz griffen solche Erfahrungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen auf.

Jesus hat auch Enge, Angst und Bedrängnis erfahren 
Pfarrerin Petra Adomeit machte in ihrer Predigt deutlich, dass auch Jesus Enge, Angst und Bedrängnis erfahren hat. Jesus habe vor seiner Verhaftung gewusst, was auf ihn zukomme, so Adomeit. So habe er am Ende noch einmal ganz intensiv im Garten Gethsemane zu Gott gebetet. „Jesus hat gerungen mit Gott in dieser Stunde. Er hat aber auch gespürt: Ich werde getragen von der Liebe Gottes – egal, was passiert. Diese Liebe ist stark, sie geht mit – auch mit uns. Zu jeder Zeit. Durch Höhen und Tiefen. Wir müssen die Dunkelheiten unseres Lebens nicht alleine durchstehen. Auch wir dürfen jederzeit Gott unser Leid klagen, wie Jesus es getan hat. Und irgendwann, da bin ich sicher, spüren wir seine Nähe, seine Liebe. Weil er sich so gehalten wusste, hat Jesus den Willen seines Vaters angenommen.“

Jesu letzter Atemzug ist nicht das Ende gewesen 
Am Kreuz habe es für Jesus dann kein Zurück mehr gegeben, sagte Pfarrerin Adomeit in ihrer Predigt. „Festgeschlagen mit Nägeln an Händen und Füßen. Da bleibt die Luft weg. Doch wir wissen, dass Jesu letzter Atemzug nicht das Ende gewesen ist.“

Jesu Weg durch die Passionszeit führe am Ende nicht in die Enge, sondern in die Weite, zur Auferstehung. Gott habe damit seinen Raum noch einmal ganz neu mit Hoffnung gefüllt.

Gott ist da, jetzt und hier. 
Der Blick in die Wolken mache deutlich, wie Gott die Menschen beschenkt habe. „Vielleicht spüren Sie es wie ich,“ sagte Pfarrerin Petra Adomeit am Ende ihrer Predigt, „wenn Sie einmal am Meer stehen, egal wo, und den Blick über den Horizont schweifen lassen: Gott ist da, jetzt und hier. Und sie gehen los, mit leichtem Schritt, seinen weiten Raum zu entdecken.“

Im Gottesdienst wirkten auch Lektorin Petra Janssen-Friedrich und die Kantorei der Gemeinde unter der Leitung von Hartmut Fiedrich mit. Er spielte auch an der Orgel. Gemeinsam mit Karen Sahler an der Trompete führten sie Ouvertüre und Bourée aus der Suite D-Dur von Georg Friedrich Händel und den 3. Satz Andante aus der Suite Nr. 1 von Trumpet Voluntaries von John Stanley auf.

Die St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn ist mehr als 900 Jahre alt und prägt das Ortsbild des Kurortes am Zwischenahner Meer. Im Kircheninneren befindet sich ein kunstvoller Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert. Kanzel und Emporen stammen aus der Barockzeit, die klassizistische Orgel verleiht dem Kirchenraum bis heute seinen charakteristischen Klang.

Die Kirchengemeinde Zwischenahn gehört zur Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Mit 350.000 Gemeindegliedern in 101 Kirchengemeinden ist sie eine der kleineren Gliedkirchen der EKD und reicht von der Insel Wangerooge im Norden bis nach Damme im Süden, vom Ammerland im Westen bis hin an die Grenze zu Bremen im Osten.

Hintergrund - Evangelische Kirche im NDR
Die Evangelische Kirche im NDR ist eine Hörfunk- und Fernsehredaktion der norddeutschen Landes- und Freikirchen. Die Redakteur*innen und Radiopastor*innen planen und produzieren die evangelischen Verkündigungssendungen für die Programme des NDR. Außerdem begleiten die Radiopastor*innen die Rundfunkgottesdienste aus den evangelischen Kirchengemeinden, die von NDR Info übertragen werden.

Mehr dazu im Internet: www.ndr.de/kirche

 

 

Radio-Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn mit Pfarrerin Petra Adomeit (rechts) und Pfarrerin Sandra Hollatz (links)
Radio-Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn mit Pfarrerin Petra Adomeit (rechts) und Pfarrerin Sandra Hollatz (links)
Pfarrerin Petra Adomeit machte in ihrer Predigt deutlich, dass auch Jesus Enge, Angst und Bedrängnis erfahren hat.
Pfarrerin Petra Adomeit machte in ihrer Predigt deutlich, dass auch Jesus Enge, Angst und Bedrängnis erfahren hat.
Das Vorbereitungsteam des Radio-Gottesdienstes vor der St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn
Das Vorbereitungsteam des Radio-Gottesdienstes vor der St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn
Im Gottesdienst wirkte auch die Kantorei der Gemeinde unter der Leitung von Hartmut Fiedrich mit.
Im Gottesdienst wirkte auch die Kantorei der Gemeinde unter der Leitung von Hartmut Fiedrich mit.
Am 1. März übertrugen NDR und WDR einen Radiogottesdienst aus der St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn.
Am 1. März übertrugen NDR und WDR einen Radiogottesdienst aus der St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn.