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Die Regionalbischöfinnen und -bischöfe der hannoverschen Landeskirche rufen zum aktiven Einsatz für die Demokratie auf. Sie warnen vor rechtsextremistischen und politischen Positionen, die Menschen diskriminieren.

Lüneburg/Hildesheim (epd). Die Lüneburger Regionalbischöfin Marianne Gorka und der Hildesheimer Regionalbischof Claas Cordemann haben zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai dazu aufgerufen, sich aktiv für Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Beide warnten vor extremistischen Haltungen, die Menschen diskriminieren. Bereits Anfang der Woche hatten sich die Regionalbischöfinnen Sabine Preuschoff in Stade und Sabine Schiermeyer in Emden in diesem Sinne positioniert.

Gorka erinnerte an die besondere historische Verantwortung in der Region ihres Sprengels. Das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen, die Euthanasie-Verbrechen in Lüneburg oder die Verfolgung und Ermordung von geflüchteten KZ-Häftlingen bei Celle zeigten, «wohin Menschenverachtung, Rassismus und die Entwertung menschlichen Lebens führen können».

Mit Blick auf die Kommunalwahl im September und die AfD erklärte Gorka: «Für mich ist eine Partei nicht wählbar, wenn führende Vertreter demokratische Grundwerte infrage stellen, rechtsextreme Positionen vertreten oder Menschen gegeneinander ausspielen.»

Cordemann ergänzte: «Wo politische Kräfte bewusst Misstrauen säen und die Würde anderer Menschen relativieren, wird das Klima im Land vergiftet.» Der christliche Glaube stehe für eine Haltung, die Menschen niemals auf Herkunft, Religion oder politische Nützlichkeit reduziert. Die Kirche solle jedoch Räume offenhalten, in denen Menschen miteinander im Gespräch bleiben könnten - «auch bei unterschiedlichen Überzeugungen».

Die Regionalbischöfe stellten sich damit hinter eine Erklärung der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und der Bremischen Evangelischen Kirche für Demokratie und Menschenwürde von Anfang Mai. Deren Bischöfe und leitende Repräsentanten warnen darin vor antidemokratischen, verfassungsfeindlichen und rechtsextremistischen Tendenzen und nennen dabei auch ausdrücklich auch die AfD.