Seit drei Jahren unterstützt das Compass-Collective aus dem Wendland mit einem eigenen Segelboot die Seenotrettung im Mittelmeer. Für ihren Einsatz wird die Initiative jetzt ausgezeichnet.
Hannover (epd). Die Seenotrettungsinitiative Compass-Collective aus dem Wendland erhält in diesem Jahr den «Dr. Matthias Lange-Fluchthilfepreis» des Niedersächsischen Flüchtlingsrates. Die Auszeichnung wird am 19. September übergeben, wie der Flüchtlingsrat am Montag mitteilte.
Mit seinem Segelschiff «Trotamar III» ist das Compass-Collective seit drei Jahren im Mittelmeer im Einsatz. Die wechselnden Besatzungen suchen vor der tunesischen und libyschen Küste nach in Seenot geratenen Booten und nehmen gefährdete Flüchtlinge teils auch selbst an Bord. Mit seiner Arbeit mache das Compass-Collective «die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer sichtbar» und setze sich für sichere Fluchtwege ein, sagte der Geschäftsführer des Flüchtlingsrates, Kai Weber.
Der Fluchthilfepreis ist nicht dotiert, die Preisträger erhalten eine Urkunde und eine Skulptur. Der Preis erinnert an den Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden des Flüchtlingsrates, Matthias Lange, der 2006 starb. Bei der Preisverleihung im Tagungshaus der Katholischen Akademie Hannover sprechen den Angaben zufolge Claire Deery und Katja Tempel vom Compass-Collective. Die Laudatio hält die Göttinger Professorin Sabine Hess, die das Zentrum für Globale Migrationsstudien leitet.