Seit 25 Jahren gibt es die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonie auf dem Gelände des Schwedenheims in Cloppenburg. Das Jubiläum ist zugleich Anlass, auf die Bedeutung dieses Angebots aufmerksam zu machen.
Die Beratung richtet sich an Frauen, Paare und Familien aus dem Landkreis – unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebenssituation – und ist vertraulich und kostenfrei. Die Themen in den Gesprächen sind vielfältig: Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt, Mutterschutz und Elternzeit, finanzielle Sorgen oder Konflikte in Partnerschaft und Familie. Zudem kann über die Schwangerenberatung ein Zuschuss des Landkreises für ärztlich verordnete Verhütungsmittel und Sterilisationen beantragt werden.
Auch Frauen, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken, finden hier eine vertrauliche und ergebnisoffene Beratung. Eine ungeplante Schwangerschaft bringt viele Fragen mit sich – persönliche, finanzielle oder familiäre. „Was die Frauen dann vor allem brauchen, sind sachliche Informationen und jemanden, der ihnen ganz unvoreingenommen zuhört“, sagt Ivonne Flerlage. Nicht selten hören die Beraterinnen den Satz: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in so eine Situation kommen würde.“
„Wir ermöglichen den Frauen, offen über ihre Situation zu sprechen und alle Informationen zu bekommen, die sie brauchen“, ergänzt Maren Laues. Obwohl das Beratungsgespräch zum Schwangerschaftsabbruch eine Pflichtberatung ist, erhalten die Beraterinnen häufig die Rückmeldung, dass es als wertvoll und hilfreich empfunden wird.
Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 498 Beratungen mit 321 Frauen durchgeführt. Dabei wurden Stiftungsgelder in Höhe von 130.676 Euro vermittelt. Ein besonderes Merkmal der Schwangerenberatung ist die enge Vernetzung innerhalb der Diakonie. Bei Bedarf können Familien unkompliziert in andere Beratungsangebote wie die Schuldner- oder Migrationsberatung vermittelt werden. Zudem besteht die „Mittwochsoase“, eine Selbsthilfegruppe für alleinerziehende Mütter und Väter, die sich monatlich zum Austausch trifft.
Neben der individuellen Beratung engagiert sich die Schwangerenberatung auch in der sexualpädagogischen Arbeit mit Schulen und Jugendgruppen. Die Beraterinnen sprechen mit den Jugendlichen über Themen wie Liebe, Sexualität und Verhütung – mit dem Ziel, junge Menschen gut zu informieren und zu stärken.
Auch die Kontinuität im Team sowie die gute Vernetzung mit anderen Institutionen vor Ort prägen die Arbeit: Maren Laues ist seit 25 Jahren und Ivonne Flerlage seit 20 Jahren in der Schwangerenberatung tätig.
Auch nach einem Vierteljahrhundert bleibt die Schwangerenberatung eine wichtige Anlaufstelle für Frauen und Familien in der Region – gerade dann, wenn das Leben plötzlich neue Fragen stellt.
Ein Beitrag von Sabine Müller, Pressereferentin Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonie in Cloppenburg.


